Lithium-Ionen-Akkus sind aus dem Alltag der Menschen heute kaum noch wegzudenken. Vom Laptop über das Smartphone bis hin zum Elektroauto – überall kommen die leistungsfähigen Batterien zum Einsatz. Doch diese Entwicklung bringt auch Nachteile mit sich. So werden für die Produktion viele Mineralien benötigt, die nur unter nicht ganz unproblematischen Bedingungen abgebaut werden können. Zuletzt wurde daher bekannt, dass zahlreiche US-Tech-Firmen von Familien aus dem Kongo verklagt werden, deren Kinder beim Kobalt-Abbau entweder getötet oder schwer verletzt wurden. Zukünftig könnten Kobalt und ähnlich problematische Rohstoffe allerdings deutlich seltener benötigt werden. Denn IBM hat eigenen Angaben zufolge eine Lithium-Ionen-Batterie entwickelt, die ohne Schwermetallzusätze auskommt. Stattdessen kommen drei nicht näher benannte Meeresmineralien zum Einsatz.


Ozean
Foto: The Atlantic Ocean, Milan Boers, Flickr, CC BY-SA 2.0

Die Energiedichte konnte sogar gesteigert werden

Gemeinsam mit den Partnern Mercedes-Benz, Central Glass und Sidus soll nun innerhalb eines Jahres ein funktionierender Prototyp entwickelt werden. Potentielle Kunden sollen dann aber nicht nur mit dem Argument des Verzichts auf Konflikt-Rohstoffe überzeugt werden. Stattdessen bringt der neue Ansatz auch einige handfeste Vorteile mit sich. So soll eine deutlich größere Energiedichte als bisher erreicht werden. Bei gleich bleibenden Ausmaßen kann so also beispielsweise bei Elektroautos eine größere Reichweite erzielt werden. Umgekehrt funktioniert der Trick natürlich auch: Bei konstanter Reichweite kann die Größe der Batterie verringert werden. Dadurch ergäben sich dann ganz neue Möglichkeiten in Sachen Design. Außerdem sind die verwendeten Elektrolyte den Angaben der Entwickler zufolge deutlich schwerer entflammbar als die bisher genutzten Materialien.

Künstliche Intelligenz soll die Entwicklung beschleunigen

Und zu guter Letzt könnten sich auch die Ladezeiten verringern. Immerhin achtzig Prozent der Kapazität sollen innerhalb von fünf Minuten erreicht werden. So vielversprechend diese Entwicklung aktuell auch erscheinen mag: Bei IBM ist man sich sicher, dass das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht ist. Deshalb sollen die menschlichen Wissenschaftler nun Unterstützung durch maschinelles Lernen erhalten. So soll künstliche Intelligenz eingesetzt werden, um etwa nach weiteren Alternativmaterialien oder Möglichkeiten der Performance-Steigerung zu suchen. Dadurch könnte die Entwicklungsarbeit deutlich beschleunigt werden. Wer dann letztlich die neuartige Lithium-Ionen-Batterie ohne Schwermetalle produzieren wird, steht aktuell noch nicht fest. IBM könnte selbst eine Produktion aufbauen oder die Entwicklung an andere Firmen vermarkten.


Via: New Atlas

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