Mehr als 70 Milliarden Euro haben Verbraucher über die EEG-Umlage bereits in den Ausbau der Solarenergie in Deutschland investiert. Weil viele Anlagen zudem mit festen Einspeisevergütungen versehen sind, dürfte dieser Wert in den nächsten Jahren noch einmal deutlich zulegen. Doch inzwischen scheint sich auch hier eine Trendwende ergeben zu haben. Denn der Energieversorger EnBW will in Brandenburg das größte Solarkraftwerk Deutschlands bauen und dabei komplett auf staatliche Subventionen verzichten. Möglich wird dies vor allem, weil die Preise für Solarmodule in den letzten Jahren stark gesunken sind. Die deutschen Hersteller sind aus dem Markt allerdings inzwischen weitgehend verschwunden. Lange Jahre wurden sie durch das Geld der Verbraucher stark gepäppelt – mussten sich dann aber der günstigeren Konkurrenz aus China geschlagen geben.


50.000 Haushalte könnten mit grünem Strom versorgt werden

Die Daten des von EnBW geplanten Projekts in Brandenburg lesen sich gewaltig. So wird sich das Solarkraftwerk über eine Fläche von 164 Hektar erstrecken. Wer mit diesem Wert nicht viel anfangen kann, dem hilft vielleicht ein bekannter Vergleichswert: Dies entspricht in etwa 225 Fußballfeldern. Entstehen soll die Anlage in Weesow-Willmersdorf rund 30 Kilometer östlich von Berlin. Voll ausgebaut könnte eine Leistungsfähigkeit von bis zu 175 Megawatt erreicht werden. Damit ließen sich rein theoretisch rund 50.000 Haushalte mit sauberem Strom versorgen. Die für den Bau notwendigen Investitionen werden auf 120 bis 150 Millionen Euro geschätzt. Wieder hereingeholt werden soll das Geld alleine durch den Verkauf des produzierten Stroms. Damit würde es sich um das erste große Solarprojekt in Deutschland handeln, das ohne staatliche Subventionen und Hilfen auskommt.


EnbW besitzt Erfahrung im Bereich der Solarenergie

Aktuell zeigt man sich bei EnBW fest entschlossen, das ehrgeizige Projekt zu realisieren. Die finale Investitionsentscheidung soll aber erst am Ende des Jahres getroffen werden. Bis dahin könnten größere Marktverwerfungen die Pläne noch zunichte machen. Besonders wahrscheinlich scheint dies aber nicht zu sein. Bisher ist noch nicht bekannt, ob das Solarkraftwerk noch durch eine Stromspeicher-Komponente ergänzt werden soll. Dies könnte hilfreich sein, um den Strom möglichst zu Höchstpreisen verkaufen zu können. Um die Auswirkungen der Einspeisung von Solarstrom in das Stromnetz besser zu verstehen, hat EnBW zudem schon vor einiger Zeit sogenannte NETZlabore ins Leben gerufen. Dazu gehört unter anderem das Dorf Sonderbuch, wo bis zu siebenmal mehr Solarstrom produziert wird als vor Ort benötigt wird.

Via: Handelsblatt

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1 Kommentar

  1. Matthias Paschke

    6. Februar 2019 at 23:16

    Mann könnte einen gefluteten Tagebau als Energiespeicher nehmen. So kann leicht 10 – 20 Tage Flaute vorhalten.

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