Für die japanische Wirtschaft stellen die Olympischen Spiele 2020 in Tokio eine große Chance dar. Denn dort kann das Land seine Innovationskraft vor den Augen der Weltöffentlichkeit unter Beweis stellen. Ein Beispiel dafür: Die vergebenen Medaillen werden aus Edelmetallen produziert, die zuvor durch das Recycling von Elektroschrott gewonnen wurden. Nun kündigte auch Toyota eine entsprechende Initiative an. So sollen innerhalb des Olympischen Dorfs zwanzig Toyota e-Palletes verkehren. Diese elektrisch angetriebenen und selbst fahrenden Busse fahren mit maximal rund dreißig Stundenkilometern eine vorgegebene Rundstrecke ab. An zuvor festgelegten Haltepunkten können die Athleten dann ein- und aussteigen. Auf diese Weise soll der Transport von Mensch und Material innerhalb des Olympischen Dorfs vereinfacht werden.


Aus Sicherheitsgründen ist ein menschlicher Mitarbeiter an Bord

Weil die Fahrzeuge zudem auch bei den Paralympics zum Einsatz kommen sollen, nahm Toyota in Absprache mit den Athleten einige Anpassungen vor. So bieten die Fahrzeuge nun Platz für bis zu vier Rollstuhlfahrer. Eine elektrische Rampe erleichtert zusätzlich den Einstieg. Um farbenblinden Athleten zu helfen, wurde das Design im Inneren zudem mit klaren Kontrasten versehen. Die e-Pallete-Busse sind autonome Fahrzeuge des Levels 4. Das heißt, sie können sich vollkommen alleine durch das Olympische Dorf navigieren. Aus Sicherheitsgründen befindet sich aber immer auch ein menschlicher Mitarbeiter an Bord, um bei Problemen eingreifen zu können. Durch den Wegfall von Lenkrad und Fahrerkabine ist im Inneren aber zumindest deutlich mehr Platz als bei einem klassischen Kleinbus.


Toyota wappnet sich für die Konkurrenz durch Tech-Konzerne

Selbstfahrende Fahrzeuge von Toyota werden zudem auch innerhalb des Stadions zum Einsatz kommen: Sie sollen beispielsweise geworfene Speere zurück an ihren Einsatzort bringen. Das Thema autonomes Fahren besitzt für Toyota eine besondere Bedeutung. Denn der Konzern ist zwar aktuell einer der größten Autobauer weltweit. Vor rund einem Jahr räumte Firmenchef Akio Toyoda allerdings ein, dass ihm die neue Konkurrenz durch Tech-Firmen wie Google durchaus Sorgen bereitet. Denn es droht eine Verlagerung der Wertschöpfung. Oder anders ausgedrückt: Zukünftig könnte das Geld nicht mehr durch den Zusammenbau der Autos verdient werden, sondern durch die darin integrierte Software. Auch deshalb hat Toyota in den letzten Jahren in diesem Bereich massiv investiert. Bei den Olympischen Spielen in Tokio sollen die eigenen Fähigkeiten nun auch der breiten Weltöffentlichkeit präsentiert werden.

Via: Engadget

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