Das Ende des klassischen Kinos wurde schon oft vorausgesagt. Doch bisher sorgten weder der Fernseher, noch der Videorekorder oder der DVD-Player für das Aus der Filmpaläste. In den Vereinigten Staaten lässt sich allerdings ein beunruhigender Trend beobachten. Schaut man sich nämlich die vier erfolgreichsten Filme der vergangenen Jahre an, stammten diese alle von Disney und waren Teil einer größeren Film-Franchise. Filme, die nicht auf einer bereits bekannten Marke aufbauten, waren hingegen deutlich weniger erfolgreich. Dies hat Folgen für die Filmbranche. Denn die Studios sind immer seltener bereit, Geld in solche vermeintlich riskanten Projekte zu stecken. Dadurch aber leidet die Vielfalt des Angebots und immer mehr Regisseure und Schauspieler wandern zu Streamingdiensten wie Netflix ab.


Bild: Gemeinfrei

Auch Fortsetzungen bringen keinen garantierten Erfolg

Doch einige Beobachter wollen nun eine Trendwende erkannt haben. Denn Quentin Tarantinos Film „Once Upon a Time in Hollywood“ spielte alleine am ersten Wochenende 41 Millionen Dollar ein. In den letzten zwei Jahren hat kein Film ohne Franchisebezug gleich zu Beginn so viel Geld eingebracht. Außerdem handelt es sich damit um den erfolgreichsten Start eines Tarantino-Films überhaupt. Gleichzeitig sind in den letzten Monaten einige vermeintlich sichere Fortsetzungen auch deutlich unter den Erwartungen geblieben. So spielte „Men in Black: International“ in den Vereinigten Staaten nur 78 Millionen Dollar ein – bei einem Produktionsbudget von 100 Millionen Dollar. Auch bei „Godzilla: King of the Monsters“ sahen die Zahlen nicht viel besser aus. Haben die Kinozuschauer also die Nase voll von immer den gleichen Filmreihen und warten auf händeringend auf neue Inhalte?

„Once Upon a Time in Hollywood“ kostete mehr als 100 Millionen Dollar

Tatsächlich lässt sich diese These durchaus mit Beispielen belegen. Neben Tarantinos neuestem Werk gab es in diesem Jahr nämlich noch weitere erfolgreiche Einzelfilme – etwa die Komödie „The Upside“ oder den Horrorfilm „Us“. Beide spielten jeweils auch mehr als 100 Millionen Dollar ein. Auf der anderen Seite gab es aber natürlich auch eine ganze Reihe an kommerziell nicht erfolgreichen Filmen. Skeptiker verweisen zudem darauf, dass zumindest beim Erfolg „Once Upon a Time in Hollywood“ auch zahlreiche Sonderfaktoren eine Rolle spielten. So besitzt Tarantino traditionell eine treue Fangemeinde. Mit Leonardo DiCaprio, Brad Pitt und Margot Robbie sind die Hauptrollen zudem extrem prominent besetzt. Alles in allem kostete die Produktion mehr als 100 Millionen Dollar. Einen solchen Aufwand können die Studios nicht bei jedem Film betreiben. Umgekehrt gilt aber: Hätte selbst der neueste Film von Tarantino nicht gezogen, wäre die Angst vor neuen und unerprobten Stoffen wohl noch weiter angewachsen.


Via: Washington Post

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