Zukunftstechnologie macht auch nicht vor der Zahnbürste Halt. Mit der Tooth Guardian wurde bereits 2011 eine Zahnbürste entwickelt, die dem Nutzer das sehen lassen soll, was der Zahnarzt sieht. Das Gerät wurde damals mit dem Red-Dot Design Award ausgezeichnet, schien jedoch das Prototypen-Stadium nicht überschritten zu haben. Anders ist das nun bei der neuen Onvi Prophix Zahnbürste, die offiziell auch käuflich erworben werden kann. Die Onvi Prophix verfügt über eine 10 Megapixel Kamera, die Videos und hochauflösende Fotos vom Mundraum und den Zähnen anfertigen kann. Das Material kann dann auch später zusammen mit dem Zahnarzt ausgewertet werden. Wichtiger ist jedoch, dass auch der letzte Krümel erkannt und anschließend beseitigt werden kann. Zudem erhofft sich der Hersteller, dass Karies oder Paradentose wesentlich früher vom Nutzer erkannt werden und dieser sich somit rechtzeitig an den Zahnarzt wenden kann.


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Onvi Zahnbürste zeichnet Livebilder vom Mundraum auf

Die Onvi Prophix zeichnet hochauflösende Livebilder von den Zähnen auf und bringt diese per App auf das Smartphone. Eine iOS App ist bereits verfügbar, Android Nutzer werden in Kürze ebenfalls versorgt. Den Gang zum Zahnarzt wird auch diese Zahnbürste nicht vollends vermeiden können. Aber beim Stichwort Prävention sicher unterstützen. Werden durch den täglichen Zahn-Scann Ungereimtheiten festgestellt, kann der Arzt entsprechend schnell konsultiert werden. Die vollfunktionsfähige elektrische Zahnbürste verfügt neben der HD-Kamera auch über eine Leuchte. Videos werden mit einer Auflösung von 1080p aufgezeichnet. Zur Zahnreinigung werden insgesamt vier verschiedene Aufsätze mitgeliefert. Mit der Zahnbürste kann man eventuelle Verfärbungen lokalisieren und auch Zahnfleischentzündungen ausfindig machen. So können auch Laien in Zukunft mit etwas Hintergrundwissen Probleme besser erkennen. Aufgrund der zusätzlichen Leistung, die die Kamera und Leuchte benötigen, fällt der Zahnbürsten-Körper recht dick aus.


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Beim Handling dürfte es also ein wenig Abzüge geben, das Teil wirkt schon etwas klobig. Interessant wären jedoch weitere Funktionen, vor allem wenn es in den Bereich der künstlichen Intelligenz geht. Ein Abgleich mit einem Datenpool verschiedenster Zahnerkrankungen und Co, könnte die Zahnbürste zu einem noch nützlicheren Gesundheitsgadget avancieren lassen. Man stelle sich vor, dass die Zahnbürste von selbst erkennt, dass sich an der einen oder anderen Stelle ein Löchlein anbahnt und dann sofort warnt. Auch aus dem Speichel können nützliche Informationen zur Gesundheit gewonnen werden.

Forscher des britischen Unternehmen Oxford Nanopore arbeiten bereits seit einigen Jahren schon an einer mit Mikrochips versehenen Zahnbürste, die in Zukunft die im Speichel befindliche DNA sequenzieren können soll. So können den Forschern zufolge unter anderem Krankheiten wie Krebs und Alzheimer frühzeitig erkannt werden. Auch der Atem verrät viel über unsere Gesundheit. Eine Veränderung könnte beispielsweise ein Indiz für Diabetes sein. Zuletzt könnte die Zahnbürste der Zukunft auch unsere Mundflora, samt intaktem Bakterienhaushalt, checken. Es gibt somit auch bei Zahnbürsten noch eine Menge Potential und das Tolle daran ist, dass wir diese täglich mehrfach benutzen. Onvi zeigt jedenfalls in welche Richtung es gehen kann. Der Preis von stolzen 400 US-Dollar dürfte allerdings bei so manchem potentiellen Käufer für Zähneknirschen sorgen.

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