Alle tun es, die wenigsten reden darüber. Die Rede ist vom Toilettengang. Eine US-amerikanische NGO redet nicht nur davon, sie zahlt sogar dafür. Die Organisation OpenBiome kauft menschliche Fäkalien auf, um damit Stuhltransplantationen durchzuführen, die Infektionen mit dem Bakterium Clostridium difficile heilen können.


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Clostridium difficile:Tödliches Bakterium

Clostridium difficile ist ein Bakterium, das vorwiegend in Erde, Der Luft, Wasser und menschlichen und tierischen Fäkalien vorkommt. Viele Träger des Bakteriums leiden nie unter irgendwelchen Symptomen, aber bei einigen treten Symptome wie extremer Durchfall, Kopfschmerzen, Magenschmerzen und Fieber auf. In manchen Fällen kann ein längerer Krankenhausaufenthalt erforderlich werden, und in extremen Fällen ist die Infektion lebensbedrohlich und kann zum Tod führen. Nach Angaben von OpenBiome gibt es alleine in den USA jährlich 30.000 bis 40.000 Todesfälle.


Gesunde Menschen sind selten von Infektionen mit Clostridium difficile betroffen. Personen, die Antibiotika nehmen, sind jedoch vermehrt gefährdet, sich zu infizieren. Das liegt daran, dass Antibiotika sowie gut- als auch bösartige Bakterien abtöten und so einer Infektion ein gutes Einfallstor verschaffen. Laut der Mayo Clinic hat sich die Anzahl der Infektionen in den letzten Jahrzehnten vervielfacht. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, die Antibiotika einnehmen.

Stuhltransplantationen als bestes Heilmittel

In schwereren Fällen einer Clostridium difficile Infektion ist der Goldstandard bisher die Behandlung mit zielgerichteten Antibiotika. Nach Angaben des Center for Desease Control (CDC) bietet eine Stuhltransplantation jedoch die beste Heilungschance. Auch die amerikanische Regulierungsbehörde FDA erlaubt seit Mitte 2013, dass Ärzte in Fällen schwerer Infektionen mit Clostridium difficile auf Stuhltransplantationen zurückgreifen. Die Verfügbarkeit von menschlichen Fäkalien für die Stuhltransplantationen stellt jedoch ein Problem dar.

Hier tritt nun OpenBiome auf den Plan. Die Non-Profit-Organisation wurde gegründet, nachdem der Initiator ein Familienmitglied beobachtet hat, wie es eine lange Zeit mit einer Infektion mit Clostridium difficile kämpfte, bevor es endlich zu einer Heilung mit einer Stuhltransplantation kam. Nachdem klar wurde, wie schwierig es ist, menschliche Fäkalien für die Behandlung zu erhalten, wurde die Organisation gegründet. Seitdem kauft OpenBiome in den USA menschliche Fäkalien.

Die Darmflora ist von entscheidender Bedeutung

Eine gesunde Darmflora ist sehr wichtig. Sie ist nicht nur im Kampf gegen diverse Bakterien behilflich, sondern spielt neuesten Forschungsergebnissen zufolge beispielsweise auch eine Rolle bei Fettleibigkeit oder dem Entstehen von bestimmten Allergien.

Bei einer Stuhltransplation wird die Darmflora des Spenders auf den Empfänge übertragen. Dies geschieht entweder durch kolonoskopisches oder nasogastrisches Einbringen des Spenderstuhls. Fünfzig Gramm reichen dabei aus, um einen Patienten zu behandeln.

OpenBiome zahlt den Spendern 40 US-Dollar pro Spende, bei vier Spenden pro Woche erhält der Spender einen Bonus von 50 Dollar. Außerdem verteilt die Organisation Preise für die größte Spende des Monats sowie die meisten Spenden. Die Spender müssen sich regelmäßigen Untersuchungen unterziehen. Nach Angaben von OpenBiome werden nur 20 Prozent der Interessierten tatsächlich zu Spendern. Die Spenden müssen vor Ort bei OpenBiome vorgenommen werden.

Synthetischer Stuhl ist verfügbar

Für diejenigen, die gespendeten Stuhl zur Behandlung einer Infektion mit C. Difficile ablehnen, stehen synthetische Alternativen zur Verfügung. Eine davon trägt den Namen “rePOOPolate” (kein Scherz) und wurde letztes Jahr entwickelt. Auch OpenBiome arbeitet an einer synthetischen Alternative.

OpenBiomes Give a Sh!t Kampagne

http://youtu.be/8GKFMtHFyg4

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