Die Kluft zwischen Arm und Reich wird immer größer. Dieser recht bedauerliche Trend führt sich gleichermaßen fort. Einer aktuellen Studie der britischen Hilfsorganisation Oxfam zufolge besitzen die 62 reichsten Menschen der Welt genauso viel wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Vor einem Jahr waren es noch 80 Personen. Für das aktuelle Jahr 2016 wurde prognostiziert, dass das reichste Prozent der Weltbevölkerung, was 70 Millionen Menschen ausmacht, mehr besitzen wird als 99 Prozent der restlichen Weltbevölkerung (knapp sieben Milliarden Menschen). Diese Schwelle konnte dem aktuellen Bericht nach jedoch schon ein Jahr eher erreicht werden.


Dollar
Foto: Svilen.milev CC BY-SA 3.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS)

Vermögensverschiebungen in Steueroasen fördern die Armut

Das beeindruckende Zahlenmaterial im Hinblick auf das Vermögen der Superreichen und der konzentrierten Verteilung des weltweit erwirtschafteten Geldes hat Oxfam in dem Bericht „An Economy for the 1%“ jüngst dem Weltwirtschaftsforum in Davos gewidmet. In den vergangenen fünf Jahren verringerte sich das gesamte Vermögen der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung um 41 Prozent, also knapp eine Billion Dollar und das obwohl die Weltbevölkerung um 400 Millionen Menschen gewachsen ist. Im Gegenzug erhöhte sich das Vermögen der 62 Superreichen um mehr als eine halbe Billion Dollar. Es fällt schwer bei diesen Zahlen sachlich zu berichten, was könnte man doch alles bewegen mit diesen Geldern? Eine Menge! Die Experten von Oxfam gingen der recht einseitigen Verteilung des Weltvermögens nach und bemängeln unter anderem die unzureichende Besteuerung der riesigen Vermögen und Kapitalgewinne und die vermehrte Verlagerung in Steueroasen. So haben sich die Investitionen in Steuerparadiese von 2000 bis 2014 viervierfacht. Oxfam betont, dass weltweit neun von zehn der führenden Großunternehmen in mindestens einem der als Steueroasen bekannten Länder präsent seien. So würden Entwicklungsländern jedes Jahr 100 Milliarden US-Dollar verloren gehen, die durch eine ordnungsgemäße (faire) Steuerabfuhr in soziale Projekte und Co fließen können.

Bei regulärer Versteuerung könnten jährlich vier Millionen Kinder in Afrika gerettet werden

Noch deutlicher wird der durch die Verschiebung von Vermögen in Steueroasen herbeigeführte Schaden, wenn man einen Blick auf die afrikanischen Staaten wirft. Allein durch die Verschiebung des Vermögens einzelner reicher Menschen in Steuerparadiese, koste den afrikanischen Staaten pro Jahr 14 Milliarden Dollar, wie die Oxam Studienautoren schreiben. Mit diesen Geldern könnten pro Jahr vier Millionen Kindern das Leben gerettet werden. Mit 14 Milliarden Dollar könnte die Grundversorgung für Frauen und Kinder in Afrika flächendeckend sichergestellt werden.


Am Mittwoch beginnt das Weltwirtschaftsforum in Devos. Es werden 2500 Teilnehmer aus der ganzen Welt erwartet. Mit dem aktuellen Bericht möchte Oxfam zum Nachdenken anregen und hofft, dass die teilweise einflussreichen Teilnehmer sich in Zukunft dafür einsetzen, dass die soziale Ungerechtigkeit in der Welt nicht noch größer wird.

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2 Kommentare

  1. Teri

    19. Januar 2016 at 12:55

    Das sind nun eben die Auswirkungen eines Wirtschaftssystems, welches expotentiell wachsen muss um nicht zusammen zu brechen. Zins und Zinseszins. Jeder Schuld steht auch ein Guthaben gegenüber… Ich bin immer wieder beeindruckt das wohl 99% der Deutschen keine Ahnung hat, wie unser Geldsystem funktioniert und das sie nun mal zu den 99% der Verarschen gehören.

    Darüber sollte man mal mehr Artikel zu lesen bekommen. Wäre nicht schlecht für uns alle 😀

    Grüße

  2. Franz Peter JELLY

    19. Januar 2016 at 15:25

    die GIER der Menschen kennt keine Grenzen, macht aber auch Krank/süchtig und paranoid !
    wenn alle Regierungen wie in der Verfassung steht handeln würden gibt es das nicht und durch die extremen Steuerhinterziehungen könnrten alle Sozialsysteme bedient werden und allen ARMEN geholfen sein ! !

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