Amerikanische Forscher haben herausgefunden, dass der Abbau von Trichlorfluormethan in der Atmosphäre nicht so stark voranschreitet wie zu erwarten wäre. Denn eigentlich gilt seit dem Jahr 2010 ein weltweites Produktionsverbot für die Stoffgruppe der Fluorchlorkohlenwasserstoffe – kurz: FCKW. In den ersten Jahren nach dem Herstellungsstopp entwickelte sich auch die Konzentration in der Atmosphäre zunächst wie erwartet. Seit dem Jahr 2012 schreitet der Abbau aber deutlich langsamer voran und es kommt zu erheblichen Unterschieden zwischen der Nord- und Südhalbkugel. Zu Beginn vermuteten die Forscher ungewöhnliche Wetterphänomene als Grund für die Veränderungen. Doch komplexe Simulationen haben gezeigt, dass dies allein nicht die Ursache sein kann. Stattdessen scheinen in Ostasien wieder FCKWs produziert zu werden.


Das Ozonloch über der Arktis im Jahr 2010

Das Montrealer Protokoll war ein Erfolg der Umweltdiplomatie

Darauf deutet auch die Tatsache hin, dass die Messkurve der Stoffe Chlordifluormethan und Dichlormethan ganz ähnlich verläuft wie bei Trichlorfluormethan. Es liegt daher nahe, dass alle drei Entwicklungen auf die selbe Quelle zurückzuführen sind. Zum Einsatz kamen FCKWs lange Zeit als Kühlmittel und in Spraydosen. Schon in den 1970er Jahren fanden Wissenschaftler aber heraus, dass die Stoffe die Ozonschicht zerstören können. Im Jahr 1987 wurde daher das Montrealer Protokoll verabschiedet, das letztlich zu dem Produktionsverbot führte. Das Abkommen gilt als ein Beispiel für erfolgreiche Umweltdiplomatie. Denn so ärgerlich die mutmaßlichen Verstöße auch sind, hat das Engagement der Weltgemeinschaft doch dazu beigetragen, dass sich das Ozonloch wieder schließt. Bis der Anteil an FCKW in der Atmosphäre aber auf null sinkt, dürfte noch einige Zeit vergehen: Teilweise dauert der Abbauprozess mehrere Jahrzehnte.

13.000 Tonnen pro Jahr werden illegal produziert

Leider konnten die Forscher bisher noch nicht genauer beziffern, in welchem Land offensichtlich gegen das Produktionsverbot verstoßen wird. Möglicherweise besitzen Forschungseinrichtungen in Asien aber mehr lokale Daten und können somit das Zielgebiet weiter einschränken. Auch gibt es dann möglicherweise Hinweise, wofür die unerlaubterweise produzierten Mengen verwendet werden. Aus den Zahlen der amerikanischen Wissenschaftler lässt sich zumindest schließen, dass jährlich rund 13.000 Tonnen illegal hergestellt werden. Ein geringer Ausstoß an FCKWs ist allerdings auch legal zu erklären: Werden etwa alte Kühlschränke verschrottet oder Gebäude abgerissen, können die entsprechenden Stoffe freigesetzt werden. Diese Quelle sollte aber im Laufe der Jahrzehnte langsam vollständig verschwinden – es sei denn es werden illegal neue Produkte hergestellt.

Via: Nature


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