Die Problematik dürfte den meisten längst bekannt sein: Jedes Jahr gelangen rund acht Millionen Tonnen Plastikmüll in die Weltmeere – und stellen dort eine Gefahr für die Tiere und das gesamte Ökosystem dar. Das Ocean Cleanup Project des Niederländers Boyan Slat will dagegen mit riesigen Barrieren vorgehen, an denen sich der Abfall sammelt, sodass die Entsorgung erleichtert wird. Damit allerdings wird gewissermaßen nur der sichtbare Teil des Problems gelöst. Denn viele Plastikteilchen schwimmen nicht an der Oberfläche, sondern teilweise bis zu dreißig Meter tief im Wasser. Die deutsche Architektin Marcella Hansch hat daher eine schwimmende Plattform entworfen, mit der auch eine tiefer gehende Reinigung der Meere möglich ist. Die Ausmaße sind allerdings gigantisch: Die schwimmende Insel ist vierhundert Meter lang und fünfzig Meter hoch.


So könnte die riesige Plattform einmal aussehen. Bild: Pacific Garbage Screening e.V.

Ohne Meeresströmung schwimmt der Müll an der Oberfläche

Um die Meerestiere nicht zu gefährden, kommt die gesamte Konstruktion zudem ohne Netze aus. Stattdessen sorgt ein cleverer Trick für den gewünschten Effekt. Wer seinen Plastikmüll in die mit Wasser gefüllte Badewanne wirft, wird feststellen, dass dieser an der Oberfläche schwimmt. In den Ozeanen sorgen hingegen Meeresströmungen dafür, dass der Abfall auch nach unten getrieben wird. Hier kommt die neuartige Plattform ins Spiel: Sie beruhigt das Wasser und sorgt so dafür, dass der Plastikmüll von ganz alleine nach oben steigt. Dort kann er dann auch ohne die Hilfe riesiger Netze problemlos eingesammelt werden. Danach allerdings stellt sich die Frage, was mit dem ganzen Müll passiert. Denn durch den Kontakt mit dem Salzwasser kann das Plastik nicht mehr einfach recycelt werden.

Aus dem Abfall wird Wasserstoff und Kohlendioxid

Auch hier setzt die Architektin aus Aachen auf einen innovativen Ansatz. Der Plastikmüll soll in Wasserstoff und Kohlendioxid umgewandelt werden. Wasserstoff wird benötigt, um die Brennstoffzelle der Plattform zu versorgen – wird allerdings auch weltweit nachgefragt. So setzt Toyota stark auf Wasserstoff-Autos, während in Deutschland unter anderem auch ein Zug mit Brennstoffzelle unterwegs ist. Das Kohlendioxid wiederum soll genutzt werden, um Algen zu züchten. Diese wiederum könnten dann die Basis für biologisch abbaubare Kunststoffe bilden. Noch aber steht das Pacific Garbage Screening ganz am Anfang. Aktuell wird nach Partnern und Sponsoren gesucht, um innerhalb der nächsten fünf Jahre einen ersten Prototypen bauen zu können. Dieser soll dann zunächst in einer Flussmündung getestet werden.


Via: Pacific Garbage Screening e.V.

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

1 Kommentar

  1. David Kummer BGE

    13. August 2018 at 09:21

    Genau danach suche ich für mein Projekt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.