Der Weltraumbahnhof Alcantara im Norden Brasiliens ist aus Sicht der Raumfahrt optimal gelegen. Weil sich die Startrampe in unmittelbarer Nähe des Äquators befindet, verbrauchen die Trägerraketen auf dem Weg ins Weltall deutlich weniger Treibstoff. Die Europäische Union nutzt aus diesem Grund den in unmittelbarer Nachbarschaft befindlichen Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana. Für die Vereinigten Staaten, die NASA und die US-Privatfirmen aus der Raumfahrtbranche wäre es somit extrem vorteilhaft, die brasilianische Infrastruktur nutzen zu können. Bisher allerdings konnte darüber keine Einigung erzielt werden. Im Rahmen eines Treffens zwischen US-Präsident Trump und dem brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro wurde nun aber eine Vereinbarung mit Industrievertretern unterschrieben. Die US-Firmen sollen die Sicherheitsvorkehrungen am Weltraumbahnhof in Alcantara so ausbauen, dass dort kommerzielle Raketenstarts möglich werden.


Foto: Donald Tump, Gage Skidmore, Flickr, CC BY-SA 2.0

Trump will Brasilien bei der Aufnahme in die Nato helfen

Dass dies dringend nötig ist, zeigt ein tragisches Ereignis aus dem Jahr 2003. Damals explodierte eine brasilianische Trägerrakete auf der Startrampe und riss 21 Menschen mit in den Tod. Nun soll der Weltraumbahnhof so ausgebaut werden, dass er es mit der Konkurrenz in Französisch-Guyana aufnehmen kann. Davon erhofft sich die brasilianische Regierung einen positiven wirtschaftlichen Effekt. Gleichzeitig dient das Abkommen über die Nutzung des Weltraumbahnhofs aber auch dazu, die Trump-Regierung an anderer Stelle zu Zugeständnissen zu bewegen. Bisher allerdings beschränkt sich die Unterstützung lediglich auf Ankündigungen. So verspracht Trump, er wolle die Aufnahme von Brasilien in die NATO und die OECD unterstützen. Ob daraus allerdings jemals etwas wird, steht noch in den Sternen. Konkrete weitere gemeinsame Projekte wurden hingegen noch nicht beschlossen.

Der brasilianische Senat könnte noch dazwischenfunken

Dies hängt auch damit zusammen, dass die beiden Länder in einem wichtigen Punkt sehr unterschiedliche Meinungen vertreten. Während China für Brasilien der mit Abstand wichtigste Handelspartner ist, hat Trump mit dem Reich der Mitte einen Handelskrieg vom Zaun gebrochen. Eine engere wirtschaftliche Kooperation zwischen den USA und Brasilien scheint damit aktuell ausgeschlossen. Vor diesem Hintergrund wäre es schon ein großer Erfolg, sollte Trump tatsächlich die Nutzung des Weltraumbahnhofs in Alcantara gesichert haben. Noch aber gibt es eine große Unwägbarkeit. So muss der brasilianische Senat noch zustimmen – und dieser hat einen ähnlichen Vertrag vor mehr als zehn Jahren schon einmal abgelehnt. Zumindest die beiden Präsidenten scheinen sich aber gut zu verstehen: Bolsonaro lud Trump sofort zum Gegenbesuch nach Brasilien ein.


Via: CNBC

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