Wer künftig in der Nähe des Dürener Hauptbahnhofs oder in Ingolstadt einen Parkplatz sucht, zieht sein Smartphone zu Rate. Darauf ist, wenn eine entsprechende App installiert ist, der nächste freie Platz verzeichnet. Die manchmal schier endlose Suche, die Sprit und Zeit kostet und die Umwelt belastet, gehört dann der Vergangenheit an. Und wenn nichts frei ist, kann man es gleich drangeben.


Park Here

Sensoren produzieren ihren Strom selbst

Das System hat ParkHere erdacht, eine Ausgründung aus der Technischen Universität München. In den Boden eines jeden Parkplatzes werden zwei Sensoren eingelassen, die die ganze Breite einnehmen. Fährt ein Auto drüber, werden sie leicht verbogen. Den dabei auf Grund des piezoelektrischen Effekts entstehenden Stromstoß registriert ein Scanner, der per Mobilfunk eine zentrale Datenbank informiert. Diese schließt daraus, dass der jeweilige Parkplatz belegt ist. Den zweiten Stromstoß interpretiert sie als Freiwerden des Parkplatzes. Die Informationen erhält der jeweilige Parkplatzbetreiber in Echtzeit. Er veröffentlicht sie auf seiner Homepage, die Parkplatzsuchende nur aufrufen müssen, um an den Informationen teilzuhaben.


Park Here Sensor
ParkHere Sensor

Ingolstadt ist das nächste Projekt

„Das Einbauen des Sensors kostet pro Parkplatz weniger als einen Euro und dauert fünf Minuten“, sagt Felix Harteneck, einer der drei Gründer des jungen Unternehmens. Dass man davon kaum leben kann gesteht er ein. Man sei ja auch erst in der -Anfangsphase. In zahlreichen Städten Europas hat das Startup bereits Parkplätze mit Sensoren ausgestattet, darunter Bordeaux, Mailand, Madrid, Barcelona, Hamburg und Berlin. Der erste Praxistest fand in München statt. Dort ist es eine Park+Ride-Anlage. Ingolstadt ist das nächste größere Projekt. Dort werden zwei Parkplätze – Schannen- und Mauthstraße – mit Sensoren versehen.

Verkehrsaufkommen geht deutlich zurück

ParkHere glaubt, dass das Verkehrsaufkommen durch Parkplatzsuchende um 42 Prozent zurückgeht. Auch die Betreiber der Anlagen profitieren. Der Umsatz steige um 25 Prozent. Außerdem gingen die Parkverstöße durch Autofahrer, die ihr Fahrzeug nach zermürbender Suche einfach irgendwohin stellen, um 80 Prozent zurück. Für Lkw-Fahrer könnten die Sensoren ein gravierendes Problem lösen. Sie würden ihn informieren, wenn irgendwo ein Stellplatz frei ist, den jeder regelmäßig anfahren muss, um die vorgeschriebenen Ruhezeiten einzuhalten. Besitzer von Elektrofahrzeugen könnten zudem schnell eine freie Ladesäule finden, wenn die Batterien anfangen zu schwächeln.

Das ParkHere-System ist eindeutig zuverlässiger als eins, das in Südkorea getestet wurde. In der Mitte eines jeden Parkplatzes schwebt ein Helium-Ballon. Ein einfahrendes Auto drückt ihn zu Boden. Fährt es heraus, steigt er wieder auf. Klappt prima, doch nach wenigen Tagen ist so viel Helium entwichen, dass der Ballon nicht mehr hochkommt.

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