Aktuell wird in den Medien viel über den Amazonas-Regenwald in Brasilien berichtet. Tatsächlich entsteht der namensgebende Fluss aber in Peru durch die Vereinigung der beiden Quellflüsse Marañón und Ucayali. Im peruanischen Teil des Amazonas-Regenwalds ist die Versorgung mit Internet bisher allerdings extrem mangelhaft. Folgt man beispielsweise den Zahlen von Googles Mutterkonzern Alphabet hat rund ein Drittel der Einwohner dort keinen Zugang zu einer Internetverbindung von 3G oder mehr. Ändern soll dies die einheimische Firma „Para Todos Perú“ in Kooperation mit Alphabet. Die Besonderheit besteht in der technischen Umsetzung. Denn verbreitet wird das Signal im Rahmen des Projekts Loon mithilfe von Ballons in der Stratosphäre.


Foto: Loon

In Peru wurde das System schon einmal genutzt

Über ausreichend Erfahrung mit den Flugobjekten verfügen die Entwickler bereits: Inzwischen wurden die Daten von mehr als einer Million Flugstunden aufgenommen und analysiert. Anfang des Jahres kam es zudem zu einer ersten kommerziellen Vereinbarung. So werden die Ballons zukünftig auch in Kenia für eine weitere Verbreitung des Internetsignals sorgen. In Peru selbst war das Projekt auch schon zweimal aktiv. So sorgten die Ballons unter anderem während schwerer Überschwemmungen im Jahr 2017 für die Möglichkeit einer Notfall-Kommunikation. Nun soll daraus eine dauerhafte Einrichtung werden. Voraussetzung ist allerdings noch, dass auch die lokalen Behörden in Peru ihre Zustimmung erteilen. In dieser Frage rechnen Experten allerdings nicht mit größeren Problemen.

In 20 Kilometern Höhe sind keine Probleme zu erwarten

Dia Ballons steigen in eine Höhe von rund 20 Kilometern. Dies hat den Vorteil, dass man dort möglichen Zusammenstößen mit Flugzeugen oder Tieren aus dem Weg geht. Auch problematische Wetterbedingungen können so einfach überflogen werden. Einmal im Einsatz werden die Ballons dann das 4G-Signal der einheimischen Internetanbieter verbreiten. Schätzungen zufolge dürfen sich dadurch mehr als 50.000 Einwohner der Amazonas-Region in Peru auf eine schnellere Datenübertragung freuen. Erweist sich das Projekt dort als erfolgreich, könnte es in Zukunft auch in anderen Regionen umgesetzt werden. Ganz uneigennützig ist Alphabet dabei allerdings nicht. Vielmehr macht der Konzern eine einfache Rechnung auf: Je mehr Menschen schnelles Internet nutzen können, desto mehr sind auch in der Lage Google-Angebote zu verwenden.


Via: Engadget

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