Nahrungsergänzungsmittel sind in. Insbesondere kräuterbasierte Zusätze werden gerne verwendet. Experten vom Bundesinstitut für Risikobewertung warnen nun jedoch davor, dass gerade diese oft als gesund wahrgenommenen Ergänzungsmittel zu großer Zahl mit giftigen Pflanzenstoffen belastet sind. Konkret geht es um Pyrrolizidinalkaloide – diese können die Leber schädigen und krebserregend sein. Die Giftstoffe kommen zum einen direkt aus den verwendeten Pflanzen, zum anderen aber auch aus Verunreinigungen. Vereinzelt waren die Ergänzungsmittel derart belastet, dass sie akut toxisch wirken können.


Teilweise hohe Belastungswerte

Pyrrolizidinalkaloide (PAs) sind normalerweise ein Abwehrmittel zahlreicher Pflanzen gegen ihre Fressfeinde. Allerdings können die Stoffe auch für Menschen schädlich sein. In Tierversuchen konnte nachgewiesen werden, dass einige dieser sekundären Pflanzenstoffe krebserregend sind. In hohen Dosierungen können sie außerdem Leberschädigungen hervorrufen.


In unserer täglichen Nahrung sind generell PAs enthalten, die wir auch aufnehmen. So kommen die Stoffe etwa in Honig, Salat, Blattgemüse und in Kräutertees vor. In den meisten Fällen sind die Alkaloide durch Verunreinigungen in die Nahrung gelangt. Eine weitere bedeutende Quelle haben Forscher des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) kürzlich entdeckt: Über Nahrungsergänzungsmittel nehmen Verbraucher offenbar besonders viele Pyrrolizidinalkaloide auf. Die Hälfte aller von den Experten analysierten Proben wiesen PAs auf. Bei Ergänzungsmitteln, deren Zutatenliste PA-bildende Pflanzen wie Huflattich, Wasserdost, Borretsch, Lungenkraut oder Pestwurz enthalten, ist das wenig verwunderlich.

Nahrungsergänzungsmittel sollten vermieden werden

Aber auch in allen fast allen Präparaten mit Johanneskraut fanden die Forscher giftige Alkoloide. Diese Präparate werden oft als Stimmungsmacher oder zur Beruhigung vermarkt. Johanneskraut selbst bildet keine Alkaloide, weshalb ihre Belastung wahrscheinlich von Verunreinigungen mit anderen Pflanzen kommt.

Die Stärke der Belastung unterschied sich dabei von Produkt zu Produkt. Einige waren so stark belastet, dass bereits kurzfristiger Verzehr zu toxischen Wirkungen führen kann.

Bis heute gibt es keinen gesetzlichen Grenzwert für Pyrrolizidinalkaloide. Generell gilt aber: Je weniger man aufnimmt, desto besser ist es. Und das kann nur erreicht werden, indem man sich möglichst abwechslungsreich ernährt und auf Nahrungsergänzungsmittel verzichtet.

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