Die EU hat gestern ein bereits seit längerer Zeit schon überfälliges Urteil gefällt. Die „Pille danach“ ist ab sofort rezeptfrei erhältlich. Bisher stellte sich der Gesundheitsminister Hermann Gröhe gegen die Freigabe, nun fordert die SPD eine geeignete Regelung noch bis zum Frühjahr umzusetzen.  


Entscheidung wird weitestgehend begrüßt

Die Pille danach ist ab sofort ohne Rezept erhältlich. Eine Regelung für Deutschland soll noch im Frühjahr getroffen werden. „Ich begrüße die Entscheidung der EU-Kommission die „Pille danach“ aus der Rezeptpflicht zu entlassen. Dies ist ein längst überfälliger und wichtiger Schritt für das Selbstbestimmungsrecht moderner Frauen.“, so SPD-Gesundheitspolitikerin Martina Stamm-Fibich in einem Interview mit dem Stern.


Die Bundesapothekerkammer begrüßt die gestrige Entscheidung der EU ebenfalls. Zudem wird allerdings auch mit auf den Weg gegeben, dass die „Pille danach“ um so sicher sei, je früher diese nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werde. Es handelt sich hierbei um ein Notfall-Verhütungsmittel, welches herkömmliche Verhütungsmittel nicht ersetzen könne. Zu den Präparaten gehören „ellaOne“ (Wirkstoff: Ulipristal) und „PiDaNa“ (Wirkstoff: Levonorgestrel). Die Experten in Brüssel haben entschieden, dass Präparate mit dem Wirkstoff Ulipristal in der gesamten EU rezeptfrei in Apotheken erworben werden können. Das Notfallverhütungsmittel könne bis zu 120 Stunden nach dem ungeschützten Sex noch eingenommen werden.

Apotheken übernehmen Beratungsfunktion

„Ich hoffe, dass bereits im Frühjahr Frauen von der heute getroffenen Entscheidung profitieren.[..] „dass ein verantwortungsvoller Umgang mit der „Pille danach“ auch ohne Rezeptpflicht gewährleistet werden kann“. so Stamm-Fibich weiter.

Es gilt nun das deutsche Recht für beide auf dem freien Markt verfügbaren Präparate anzupassen. Das unabhängige Institut Stiftung Warentest hat beide Pillen-Präparate bereits getestet. Die Ergebnisse können in einem separaten Beitrag eingesehen werden.

Kritik an der Entscheidung

Die Entscheidung der EU ruft jedoch auch Kritiker auf den Programmplan. So hält Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) die Freigabe für ein falsches Signal. Zu bedenken gilt, dass es sich bei der „Pille danach“ um ein starkes Medikament handelt, welches aktiv in den Hormonhaushalt der Frau eingreift. Desweiteren wird gefordert, dass die Pille danach für Minderjährige verschreibungspflichtig bleibt. Begrüßt wird hingegen, dass sich die EU vorbehält einige Länder von der Rezeptfreiheit auszuschließen.

Dreh und Angelpunkt bei dieser recht kontrovers diskutierten Thematik ist eine fachgerechte Beratung. Zusammen mit Frauenärzten, Apotheken und dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte sollen Kriterien für eine qualitativ hochwertige Beratung in den Apotheken entwickelt werden. Dabei sollten die Apotheken im Rahmen der Beratung eine größtmögliche Arzneimittelsicherheit gewährleisten und einen Missbrauch vorbeugen.

„Unser Ziel ist es, auch weiterhin eine gute Beratung für beide Präparate aus einer Hand sicherzustellen.“, betont Gröhe abschließend.

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