Deutschland hat ein Flüchtlingsproblem. Das bedeutet nicht, dass die Flüchtlinge ein Problem sind, wohl aber, dass der stete Zustrom das Land vor Herausforderungen stellt. Diese zu bewältigen ist als eines der reichsten Länder der Erde unsere humanitäre Pflicht. Ein wichtiger Punkt beim Umgang mit dem Flüchtlingsstrom ist deren Integration. Die Fraunhofer- und Max-Planck-Gesellschaft geht auf die ihr eigene Art mit dieser Herausforderung um: In einem Pilotprojekt möchte Sie besser qualifizierte Flüchtlinge in deutsche Wissenschaftsorganisationen integrieren.


Integration als Herausforderung

Auch wenn in der Flüchtlingsdebatte im Rahmen einer recht beschränkten Argumentationsstruktur gerne das Gegenteil behauptet wird, hat ein recht hoher Anteil der nach Deutschland einreisenden Flüchtlinge einen verhältnismäßig hohen Bildungsabschluss – auch Universitätsabschlüsse sind keine Seltenheit.


In diesem Zusammenhang wurden auf Anregung der Fraunhofer Gesellschaft in Sachsen und Bayern auf Landesebene sowie mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung Gespräche darüber geführt, wie die hochqualifizierten Flüchtlinge in den wissenschaftlichen Betrieb in Deutschland integriert werden können.

Wissenschaft kennt keine nationalen Grenzen. Die Motivation und Inspiration von Menschen anderer Nationen bereichern uns alle. Hinter den derzeitigen Flüchtlingsströmen stehen menschliche Schicksale. Daher ist es unsere gesellschaftliche Pflicht, den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auf der Flucht eine Zukunft im deutschen Wissenschaftssystem zu ermöglichen”, so Prof. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft.

Wissenschaft ist international

Auch ohne die fliehenden Wissenschaftler aus Syrien und anderen Teilen der Welt ist die Wissenschaft in Deutschland bereits sehr international geprägt. Viele der hierzulande tätigen Wissenschaftler haben einen Migrationshintergrund oder eine andere Nationalität.

Fraunhofer und Max-Planck sind international orientierte Forschungsgesellschaften, die bereits seit mehr als zehn Jahren zusammenarbeiten, um den Brückenschlag von der Grundlagen- in die angewandte Forschung zu erleichtern. Nun wollen wir uns gemeinsam engagieren, um geflüchteten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Integration in Deutschland zu erleichtern”, erklärt Prof. Martin Strafmaß, der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft.

Auch bei der sächsischen Regierung stößt der Vorschlag auf Zustimmung. “Sachsen ist ein Land der Wissenschaft. Unsere Stärke haben wir auch dank vieler ausländischer Topwissenschaftler. Wir werden uns daran beteiligen, engagierten ausländischen Wissenschaftlern hier einen Einstieg in das Wissenschaftssystem zu ermöglichen”, äußert sich Ministerpräsident Stanislaw Tillich zu der Sache. Vor allem vor dem Hintergrund, dass Sachsen generell mit einer recht hohen Ablehnung gegenüber Flüchtlingen zu kämpfen hat – man denke an PEGIDA und LEGIDA sowie an Heidenau – ist diese Einstellung sehr zu begrüßen.

Auch Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner äußerte sich positiv gegenüber dem Vorhaben der beiden Wissenschaftsgesellschaften. Bayern hatte in letzter Zeit eine Vorbildfunktion im Umgang mit Flüchtlingen inne. In Münchens Hauptbahnhof wurden die Menschen freudig begrüßt, die Spendenbereitschaft unter der Bevölkerung ist enorm.

via Fraunhofer

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