Vor knapp fünf Jahren kam dem 24 Jährigen Niederländer Boyan Slat die Idee, die Meere der Welt mit einem riesigen Netz vom Plastikmüll zu befreien. Im September 2018 war es dann endlich soweit. Der erste Ocean Cleanup Schlepper verließ, samt Megafangnetz, den Hafen in San Francisco (USA). Nun knapp drei Monate später löste sich ein 18 Meter langes Endstück, so dass die Aktion vorerst beendet werden musste.


Bild: Erwin Zwart/The Ocean Cleanup/ Zeigt das gigantische Plastikfangnetz, das von einem Schlepper gezogen wird.

Ocean Cleanup will gigantisches Plastikmüllfeld herausfischen

Sobald das Wetter es zulässt, soll Ocean Cleanup an Land zurückgebracht und repariert werden. „Es ist uns bewusst, dass Rückschläge wie dieser unausweichlich sind, wenn man so schnell bei Technologien Vorarbeit leistet. In einem Hafen zu sein, gibt uns die Möglichkeit, das System zu verbessern.“, erklärt Boyan Slat auf der Website des Projekts. Einige Pioniere haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Meere wieder ein Stück plastikfreier zu machen. Zusammen mit 65 Experten, baute Boyan Slat den gigantischen Müllsammler, der den „Plastikmüllfleck“ beseitigen soll. Dieser „Fleck“ stellt ein im Meer treibendes Feld aus Plastik dar, das vier Mal so groß wie Deutschland ist. Innerhalb der nächsten fünf Jahre möchte das Team rund um den eifrigen Visionär Slat knapp 50 Prozent des Plastikmülls aus dem Meer gefischt haben. Das ist ein sehr ehrgeiziges Ziel, zumal aktuell mit einem kleinen Rückschlag gekämpft werden muss. Ocean Cleanup soll so schnell wie möglich wieder arbeitsfähig werden. Während der Reparatur kann sich das Team auch gleich noch Optimierungsprozessen widmen. Im Dezember kamen Berichte darüber auf, dass das Ocean Cleanup-System noch nicht wie geplant funktioniert. So schwimmt der Müll teilweise wieder aus dem Netz heraus. Der Schlepper muss also wesentlich mehr Fahrt aufnehmen.

Dyson Ocean Cleaner
Dyson Ocean Cleaner/ Riesiger Staubsauger soll Flüsse von Plastikmüll befreien

Ocean Cleaner: Dyson bastelt an Megastaubsauger für Flüsse

Auch der Milliardär Jason Dyson, der für seine Staubsaugertechnologie bekannt ist, lässt an einem Plastikmüllreinigungssystem arbeiten. Geplant ist die Reinigung von Flüssen mittels eines riesigen Staubsaugers. Das Ocean Cleaner getaufte Schiff ist ein umgebauter Frachter, der mittels Netz den Säuberungsradius bestimmt. Innerhalb dieses Netzes sorgt ein gigantischer Sauger für das Ansaugen des im Fluss treibenden Plastikmülls. Der Plastikmüll wird im Anschluss mit einem Fließband auf das Schiff befördert und an Ort und Stelle zerkleinert. Wenn sich der Ocean Cleaner bewährt, soll auch dem Einsatz im Meer nichts im Weg stehen.


So könnte die riesige Plattform einmal aussehen. Bild: Pacific Garbage Screening e.V.

Das Pacific Garbage Projekt

Marcella Hansch ist eine junge Architektin aus Aachen, die ebenfalls an einem Konzept arbeitet, das die Weltmeere plastikfreier machen soll. Auch hier wird auf eine gigantische Konstruktion gesetzt, die allerdings ohne Netze auskommt. Die junge Tüftlerin möchte allerdings nicht nur den Plastikmüll aus dem Meer befördern, sondern hat auch schone eine innovative Lösung zur Weiterverarbeitung parat. Schlißelich ist der Plastikmüll aufgrund des Kontaktes mit Salzwasser nicht mehr so einfach zu recyclen. Marcella Hansch möchte den Plastikmüll in Wasserstoff und Kohlendioxid. Der Wasserstoff soll die Brennstoffzelle antreiben, die wiederum die Müllsammelplattform antreibt.

Pacific Garbage Projekt im Video erklärt

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