Wenn Plastikmüll nicht eingesammelt und ordnungsgemäß recycelt wird, entsteht ein großes Problem für die Umwelt. Besonders sichtbar wird dies in den Weltmeeren. Einer Studie aus dem vergangenen Jahr zufolge schwimmen derzeit mehr als 269.000 Tonnen Plastik durch die Ozeane. Für viele Fische und Seevögel stellt dies eine tödliche Bedrohung dar. Mit verschiedenen Maßnahmen wird daher versucht, Abhilfe zu schaffen. So erließ Hawaii als erster US-Bundesstaat ein Plastiktütenverbot, während das Ocean Clean Up Projekt den Müll wieder aus dem Meer zu holen verspricht. Wenig hilfreich ist allerdings der Einsatz von angeblich biologisch abbaubaren Plastiktüten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der UN-Umweltorganisation UNEP.


Plastimüll am Strand des indischen Ozeans. By Hajj0 ms (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
Plastimüll am Strand des indischen Ozeans. By Hajj0 ms (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Beim Recycling führt das Bioplastik zu Problemen

Demnach zerfallen die Tüten zwar tatsächlich in ihre Einzelteile. Allerdings vornehmlich, wenn sie über längere Zeit hohen Temperaturen von rund 50 Grad Celsius ausgesetzt sind. Solche Bedingungen finden sich in der Umwelt aber nur selten – und schon gar nicht in den Ozeanen. Die vermeintlichen Bio-Plastiktüten, die man beispielsweise bei vielen Supermärkten in der Obstabteilung findet, lösen das Problem der Plastikverschmutzung in der Natur also nur sehr eingeschränkt. Dafür bringen sie aber neue Probleme mit sich. Denn beim Plastik Recycling müssen normaler Plastik und biologisch abbaubarer Plastik strikt getrennt werden.

Die Larven der Mehlkäfer könnten helfen

„Wenn du Plastik recycelst, willst du absolut nichts zu tun haben mit biologisch abbaubarem Plastik. Denn wenn du das Bioplastik mit normalem Plastik mischst, kannst du die Eigenschaften des original Plastiks beeinträchtigen“, erklärt Peter Kershaw, einer der Autoren der Studie. Oder mit anderen Worten: Durch den abbaubaren Plastik sinkt die Qualität des recycelten Plastiks massiv. Hoffnung macht aber ein Forschungsprojekt der Stanford University. Dort ist es Wissenschaftlern gelungen, die Larven von Mehlkäfern dazu zu bringen, Plastik zu essen, zu verdauen und so kompostierbar zu machen. Auf diese Weise wird das Plastik tatsächlich biologisch abgebaut.


Via: Treehugger

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