Plastik ist für den Menschen ein Segen, doch für die Natur ein Fluch. Wegzudenken ist der Werkstoff aus dem täglichen Leben längst nicht mehr. Allein aufgrund seiner Vielfalt in Form und Eigenschaften ist er heute einer der wichtigsten Werkstoffe die es gibt. Doch das Problem kommt nach dem Gebrauch. So ist dieser nicht natürlich abbaubar und kann über Jahrzehnte Schaden anrichten.


Doch welchen Schaden genau wurde bisher kaum untersucht. Die Wageningen Universität hat zusammen mit dem IMARES eine Studie zum Effekt von Plastiknanopartikeln in Gewässern veröffentlicht. Diese können z.B. beim thermischen Schneiden von Plastik anfallen, beim 3D-Drucken oder durch Abreibungen an Sand – ein Prozess, der in der Natur stattfindet.
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Plastik schadet Wasserflöhen

Das Team konnte zeigen, dass Plastiknanopartikel in Süßwasser in höheren Konzentrationen dazu führen, dass kein Algenwachstum mehr stattfindet. Weiterhin scheint die Entwicklung von Wasserflöhen beeinflusst zu werden. So sind diese kleiner und deren Nachkommen in verschiedenen Formen missgestaltet. Laut Ellen Besseling seien dies die ersten Missbildungen in Süßwasserorganismen, die beobachtet wurden. Über den genauen Effekt und Einfluss der Plastiknanopartikel müssten aber noch weitere Experimente aufklären.


Eingriff in die Nahrungskette

Damit nicht genug, die Nanopartikel scheinen auch in geringen Konzentrationen in die Kommunikation der Flöhe einzugreifen. Dazu nutzten die Forscher Kairomone, chemische Substanzen, die Fische abgeben und die Wasserflöhe vor diesen warnen. Dabei zeigte sich, dass in Gegenwart der Nanopartikel der Effekt der Kairomone stärker ist, als ohne Partikel. Bedenkt man, dass die Flöhe essentiell auf die chemische Kommunikation (z.B. für Partnersuche oder als Schutz vor Angreifern) angewiesen sind, ist nicht abzusehen, welche Effekte eine Langzeitbelastung für die Flöhe und anderen Organismen haben könnte. Die Konzentrationen sind dabei so gering, dass es schwierig ist, diese mit gängigen Detektoren nachweisen zu können. Allerdings könnten die Nanopartikel dafür sorgen, dass es über die Zeit zu Änderungen in der Nahrungskette kommen könnte.

Quelle: Sciencedaily

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