Plastiktüten
Plastikwahn: Plastiktüten-Schlange

Die Plastiktüte ist für viele Deutsche ein wichtiges Gut. Bei nahezu jedem Einkauf kommt die Plastiktüte zu Einsatz. Einige sammeln diese sogar eifrig im Schrank. Man weiß ja nie, wann in der nächsten Zeit wieder eine Tüte benötigt wird. Pro Stunde werden allein in Berlin täglich 30.000 Plastiktüten ausgegeben. Eine Plastiktüten-Schlagen demonstriert, wie viel Plastikmüll in nur einer Stunde allein in Berlin anfällt. Am Samstag den 20. September 2014 soll mit der längsten Plastiktütenschlange der Welt ein neuer Rekord in Berlin aufgestellt werden. In Köln werden übrigens knapp 22.000 Plastiktüten in der Stunde ausgegeben.


Der Kampf gegen den Plastikwahn

Die gesamte Welt droht bereits in der nahen Zukunft im Plastikmüll zu versinken. Experten von der Stiftung Naturschutz Berlin und der deutschen Umwelthilfe schlagen daher Alarm. Mit der Plastiktüten-Schlange wollen die Institutionen und allen voran auch der Schirmherr von der deutschen Umwelthilfe Hannes Jaenicke (Schauspieler) ein Zeichen setzen und die Mitmenschen wach rütteln. Seit über 40 Jahren ist die Plastik-Tüte bereits im Umlauf. Es wird Zeit auf umweltfreundlichere Alternativen umzuschwenken. Wurden 2012 noch 5,3 Milliarden Plastiktüten verbraucht, kletterte die Zahl im letzten Jahr auf stolze 6,1 Milliarden Stück. Hier muss laut der Stiftung Naturschutz Berlin und der deutschen Umwelthilfe ein Riegel vorgeschoben werden. Im Rahmen der Stern TV Livesendung heute Abend ab 22:15 Uhr auf RTL, wird Steffen Hallaschka zusammen mit Hannes Jaenicke und Thomas Fischer von der Deutschen Umwelthilfe Berlin die Problematik der Plastikmüllverschwendung aufgreifen und nach Lösungen suchen wie man langfristig gegen den Plastikwahn vorgehen könne. Die Thematik ist sehr brisant. Dennoch findet in einigen Köpfen bereits ein Umdenken statt. Immer mehr Menschen verzichten bewusst auf die Plastiktüten und greifen zum guten alten und mittlerweile auch ziemlich stylischen Jute-Stoffbeutel zurück.

Umweltfreundliche Alternativen zur Plastiktüte

Es gibt jedoch auch weitere Alternativen zu der umweltbelastenden Plastiktüte. In der letzten Woche haben wir bereits über die One Nights Tents berichtet. Hierbei handelt es sich um Zelte, die sich zu 100 Prozent selbst zersetzen und die Umwelt somit nicht belasten. Die kompostierbaren Zelte sollen vermehrt bei Festivals zum Einsatz kommen, da hier oftmals von den Besuchern alles stehen und liegen gelassen wird. Die zurückgebliebenen Zelte bestehen größtenteils aus Stoffen, die nicht kompostierbar sind und somit dauerhaft die Umwelt belasten. Mit den One Nights Tents kann die Umwelt jedoch in Zukunft ein Stück weit mehr entlastet werden. Denkbar ist, dass ähnliche Stoffe auch bei modernen Einkaufstüten Verwendung finden können.


One Nights Tent
Bild: One Nights Tent via psssh.nl

Ebenfalls thematisiert wird heute Abend wie sich ein Zwangsverzicht auf Plastiktüten auf die Gemüter der Verbraucher auswirken könnte. In vielen Einkaufsläden werden Plastiktüten sogar kostenlos ausgegeben. Größere Tüten schlagen dann mit einem kleinen aber durchaus verschmerzbaren Obolus zu Buche. Dabei bildet Deutschland jedoch keine Ausnahme. Auch in anderen Ländern wie etwa Portugal werden Plastiktüten maßlos verschwendet. Obwohl die Verbraucher vieler Orts bereits mit eigenen Tüten in den Laden kommen, werden an der Kasse sämtliche Einkaufsgüter noch einmal einzeln von der Kassiererin verpackt, teilweise werden dabei sogar mehrere Tüten (für einen besseren Schutz ?) eines einzelnen Lebensmittels verwendet. In anderen Ländern der Welt sieht es ähnlich katastrophal aus.

Vermehrt befassen sich auch junge Unternehmen und Startups mit der Problematik der Plastikverschwendung. Auf der Suche nach neuen Verpackungsarten, wird der Phantasie zunächst keine Grenze gesetzt. Ein kleiner Trend könnte daher unter anderem in die Richtung essbarer Naturverpackungen gehen. Bei der Europameisterschaft 2012 stellte Nike zudem recycelbare Trikots vor. Holland, Portugal und weitere Mannschaften wurden mit den jeweils aus 13 recycelten Plastikflaschen bestehenden Trikots ausgestattet. Eine türkische Design-Agentur arbeitet ebenfalls an einem recht zukunftsträchtigen Upcycling-Prozess. Bei Infinite Light setzt man auch auf recycelte Plastikflaschen, die als praktische Lichtquelle fungieren und ohne Infrastrukturen auskommen. Die einfache Solar-Laterne soll nicht viel in der Herstellung kosten und somit auch für Verbraucher günstig sein. Als Einsatzgebiet werden vor allem Regionen  forciert, die etwas abgeschottet sind.

Wikipearls – Die essbare Naturverpackung

Original unverpackt: In Berlin öffnete der erste Supermarkt ohne verpackte Ware


Es gibt noch viele weitere Möglichkeiten den Plastikwahn ein wenig auszubremsen und den Verbrauchern Alternativen zu bieten. Die Plastik-Schlange, die heute in Berlin aufgespannt wird, soll die Menschen zum Nachdenken anregen. Parallel dazu läuft auch bei change.org bereits sein einiger Zeit eine Petition gegen den Plastiktüten-Wahn. Hier wird unter anderem ein Verbot von Einweg-Plastiktüten gefordert. Zudem sollen künftig auch Umweltabgaben für Plastiktüten eingeführt werden. Der Online-Protest erfreut sich großer Beliebtheit.

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.