Die Idee schien hervorragend zu sein. Die Nanodrohne Zano sollte nicht größer sein als ein gewöhnliches Smartphone – gleichzeitig aber eine hochauflösende Kamera besitzen. Mehr noch: Der Hersteller versprach, die Drohne könnte selbständig ihrem Besitzer folgen und unterwegs Bilder schießen. Spektakuläre Aufnahmen schienen so denkbar – beispielsweise von Ski- oder Snowboardabfahrten. Tatsächlich ließen sich auch viele Nutzer der Crowdfundingplattform Kickstarter von der Idee überzeugen. Die Zano-Drohne wurde zum erfolgreichsten europäischen Kickstarter-Projekt aller Zeiten und sammelte mehr als 3,5 Millionen Dollar ein. Doch nun hat die hinter dem Projekt stehende Firma Torquing Group Ltd Insolvenz angemeldet.


Zano Drohne
Zano Drohne im Vergleich mit einem iPhone 5

Liefertermin im Juni wurde verpasst

Dass es Probleme mit der Minidrohne gibt, war dabei bereits seit längerem bekannt. So sollten die Drohnen ursprünglich bereits im Juni ausgeliefert werden. Dies ist bei Crowdfundingprojekten zunächst allerdings nicht so ungewöhnlich – zumal das Entwicklerteam die Unterstützer mit regelmäßigen Updates auf dem Laufenden hielt. Als die Verzögerung aber immer länger wurde, kamen erste ernsthafte Zweifel auf. Diese manifestierten sich als letzte Woche Ivan Reedman, Chef der Torquing Group, seinen Rücktritt bekannt gab. Gestern dann der endgültige Schock: In einem Update exklusiv für Unterstützer verkündete das Unternehmen die Insolvenzanmeldung.

Die automatische Verfolgung bereitete Probleme

Woran das Projekt letztlich gescheitert ist, lässt sich noch nicht genau sagen. Es gibt aber Hinweise darauf, dass die Entwickler, die Komplexität des „Follow me“ Modus unterschätzt haben. Als die BBC jedenfalls im August zu Besuch bei der Firma war, konnte ausgerechnet dieses Feature noch nicht präsentiert werden. Das Scheitern wirft dabei auch ein Licht auf die Gefahren des Crowdfunding. Denn die Unterstützer haben keine Garantie, dass ein Projekt tatsächlich erfolgreich umgesetzt wird. Die Entwickler sind lediglich verpflichtet, das Projekt zu einem bestmöglichen Ende zu bringen. Strafrechtliche Konsequenzen müssen sie nur fürchten, wenn sie die das eingesammelte Geld nicht projektbezogen ausgeben. Darauf gibt es bei der Selfie-Drohne bisher aber keine Hinweise.


Via: Popsci

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