Nach Naturkatastrophen besteht in den betroffenen Gebieten oft ein Problem mit der Versorgungssituation. Dringend benötigte Güter wie Wasser, Nahrung und Medikamente können aufgrund von beschädigten Transportwegen oft nur unzureichend in die Gebiete gebracht werden. Die Firma Windhorse Aerospace hat mit der Drohne Pouncer nun eine Lösung vorgestellt, wie Hilfsgüter effizient in Krisengebiete geliefert werden können. Mehr noch – auch die Drohne selber kann von den betroffenen Menschen genutzt werden.


Hilfsgüter aus der Luft

Der Gründer von Windhorse Aerospace, Nigel Gifford, blickt auf ein bewegtes Leben zurück. Er arbeitete unter anderem für die britische Armee und entwarf Ernährungsprogramme für Soldaten in schwierigen Umgebungen und arbeitete an der Ascenta-Drohne mit, die 2014 von Facebook aufgekauft wurde. Außerdem ist er ein Luftfahrtingenieur, erfahrener Fallschirmspringer und stand als Bergsteiger bereits auf dem Gipfel des Mount Everest.


Die Idee für die Drohne Pouncer kam Gifford bereits vor Jahren, als er sich Gedanken darüber machte, wie man Nahrungsmittel in das kriegsgebeutelte Syrien bringen könnte. Traditionelle Methoden für die Lieferung von Hilfsgütern über die Luft beinhalten zum Beispiel den Abwurf mittels Fallschirmen. Dort besteht aber die Gefahr, dass das Ziel verfehlt wird und die Hilfsgüter verloren gehen.

Die Pouncer-Drohne wurde für Situationen entworfen, bei der die Kommunikation mit den Menschen in den betroffenen Gebieten unterbrochen wurde und Straßen und andere Verkehrswege zerstört wurden. Als Beispiel dient beispielsweise das Erdbeben in Nepal aus dem letzten Jahr. Aber auch für die Lieferung von Hilfsgütern in Konfliktzonen ist die Drohne geeignet.

 

Drohne sorgt für Brennmaterial und Unterschlupf

Die Drohne basiert auf einem Rahmen aus Sperrholz und einer Hülle aus Plastik. Die Hülle sowie die Tragflächen bieten Platz für Nahrung, Wasser und medizinische Hilfsgüter. „If you imagine going into a supermarket and going up to the salad bar, you grab a pre-formed clear plastic tub with a lid and fill it with your choice of food. The initial shell of the Pouncer, which includes the fuselage and part of the wing section will initially be formed in a very similar way and can then be loaded with food, water or medical aid. The food selected will be appropriate food for that particular location so it is recognizable, safe and gives maximum nutrition„, so Jason Dobson von Windhorse Aerospace.

Der besondere Clou an der Pouncer-Drohne: Nach der Landung kann die Drohne selber wiederverwendet werden. Der Holzrahmen kann als Brennmaterial verwendet werden, während die Hülle als Unterschlupf oder zum Sammeln von Regenwasser genutzt werden. Das Unternehmen experimentiert momentan sogar damit, essbares Material für die Tragflächen zu verwenden.

https://www.youtube.com/watch?v=1NZOZsxq91E

Hilfe aus der Luft für knapp 200 US-Dollar

Die Drohne ist nicht mit einem Motor ausgestattet, sondern wird aus einem C-130 Hercules Transportflugzeug in einer Höhe von etwa 3000 Meter gestartet und kann aus dieser Höhe im Gleitflug bis zu 35 km zurücklegen. Maximal kann sie aus 7600 Meter abgeworfen werden, was die Reichweite auf bis zu 100 km erhöht.

Ein Navigationssystem dirigiert die Drohne an ihr Ziel, wo sie aus einer Höhe von etwa 7 Metern mit Hilfe eines Fallschirmes landet.

Die Produktionskosten für die Drohne belaufen sich nach Angaben von Windhorse Aerospace auf 130 US-Dollar sowie 65 US-Dollar für das Navigations- und Flugkontrollsystem. Dobson erwartet, dass der Jungfernflug bereits nächstes Jahr stattfinden kann.

via New Atlas

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