Wer noch zur Grundausbildung bei der Bundeswehr musste, dürfte sich mit Schrecken an die langen Fußmärsche mit schwerem Gepäck erinnern. Bei mehrtägigen Übungen und Einsätzen stammt dabei interessanterweise ein nicht unerheblicher Teil des Gewichts von mitgeführten Batterien und Akkus. Bei einer 72-stündigen Übung sind dies beispielsweise zwischen sieben und neun Kilo. Die US-Armee möchte diese Last nun minimieren und stattdessen die durch die Bewegungen der Soldaten ohnehin entstehende kinetische Energie nutzen. Dazu hat die Firma Bionic Power eine spezielle Vorrichtung für das Knie entwickelt, die im nächsten Jahr erstmals bei Feldversuchen getestet werden soll. Erweisen diese sich als erfolgreich, soll der PowerWalk auch im zivilen Bereich vermarktet werden.


Copyright: Bionic Power
Copyright: Bionic Power

Eine Stunde Fußmarsch reicht für vier Smartphone-Akkus

Die Energie wird dabei durch die mechanische Bewegung des Knies produziert. Diese soll so effizient genutzt werden, dass zwischen zehn und zwölf Watt an Elektrizität entstehen. Mitgeführte Akkus und Batterien können so wieder aufgeladen werden – Ersatzakkus werden daher nicht mehr benötigt. Wird der PowerWalk dabei an beiden Beinen getragen, soll ein rund einstündiger Fußmarsch ausreichen, um immerhin vier Smartphone-Akkus vollständig aufladen zu können. Für das Militär hätte dies natürlich einen enormen Vorteil: Die Soldaten müssten nicht nur weniger Gepäck tragen, sondern könnten theoretisch auch deutlich längere Missionen unternehmen, da die Akkus ja unterwegs geladen werden können.

Die Gangart des Trägers wird individuell analysiert

Der Gang der Soldaten soll durch das Mini-Kraftwerk am Knie hingegen nicht beeinträchtigt werden. Im Gegenteil: Die Vorrichtung soll sogar helfen, eine Übermüdung der Muskeln zu verhindern und so Verletzungen vorbeugen. Zudem wird die individuelle Gangart eines jeden Soldaten durch den PowerWalk analysiert, um daraus dann möglichst intelligent Elektrizität erzeugen zu können. Gegenüber anderen mobilen Ladegeräten hat das Gerät zudem zwei entscheidende Vorteile: Die benötigte Energiequelle ist überall verfügbar und die Soldaten können die Akkus auch unterwegs laden – sind also für die Dauer des Ladevorgangs nicht an einen Ort gebunden.


Via: Bionic Power

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