Dass Meerwasser salzig schmeckt, dürfte jeder wissen, der schon einmal am Strand Urlaub gemacht hat. Weniger bekannt ist allerdings die Tatsache, dass beispielsweise auch geringe Mengen Gold enthalten sind. Selbiges gilt für das radioaktive Metall Uran. Dieses ist allerdings in so kleinen Mengen vorhanden, dass aus gesundheitlicher Sicht keine Gefahr besteht: Auf jeden Liter Wasser kommen lediglich drei Mikrogramm Uran. Die Ozeane enthalten allerdings auch extrem viel Wasser, sodass sie potentiell eine lohnende Abbaustelle für das in Kernkraftwerken benötigte Uran sind. Bisher waren die Methoden, um das Metall aus dem Wasser zu lösen, aber schlicht noch zu teuer. Dies könnte sich nun dank der Forschungsarbeit des „Pacific Northwest National Laboratory“ und „LCW Supercritical Technologies“ aber ändern.


Bild: PNNL

Fünf Gramm Uranoxid konnten bereits gewonnen werden

Denn die Wissenschaftler dort entdeckten, dass man einfaches Acrylgarn so präparieren kann, dass es das Uran anzieht und an ein Molekül bindet. Wie genau dies funktioniert, wollten die Forscher noch nicht verraten. Sie versicherten aber, dass zum einen auch recyceltes Acrylgarn zum Einsatz kommen kann und sich dieses zum anderen auch mehrmals nutzen lässt. Die Materialkosten für das Verfahren sind also extrem niedrig. Den eigentlichen Trennungsprozess initiierten die Forscher dann, indem sie das Meerwasser durch eine Wanne laufen ließen, in der das Acrylgarn befestigt war. Auf diese Weise wurden immerhin fünf Gramm Uranoxid gewonnen. Für die Wissenschaftler ist dies der Beweis, dass ihre Methode funktioniert. Der Ansatz lässt sich zudem auch vergleichsweise einfach großflächig zum Einsatz bringen. Denn Meerwasser und Acrylgarn sind jeweils in großen Mengen erhältlich.

Im Ozean befindet sich mehr Uran als an Land

Das Potential des Ozeanwassers in Sachen Urangewinnung ist enorm. Würde man sämtliches Salzwasser der Erde auf diese Weise behandeln, könnte man vier Milliarden Tonnen Uran gewinnen. Die Vorräte im Wasser sind damit rund 500 Mal so hoch wie die Vorkommen an Land. Unklar ist allerdings, ob die Kernkraft auf der Erde tatsächlich eine dauerhafte Zukunft hat – auch wenn die US-Regierung unter Donald Trump diese Technologie aktuell stark propagiert. Die an der neuen Entdeckung beteiligten Forscher haben jedenfalls bereits von einer weiteren Anwendungsmöglichkeit berichtet: Demnach könnte der Ansatz auch genutzt werden, um Wasser von Schwermetallen zu reinigen. In einem nächsten Schritt soll die etwas ungewöhnliche Form der Urangewinnung nun aber zunächst im Golf von Mexiko getestet werden.


Via: New Atlas

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