Jahrelang wurde getüftelt, aber nun ist es soweit. Gestern wurde in Erftstadt bei Köln Deutschlands erster Solar-Radweg eingeweiht. Auf einer Länge von 90 Metern fungiert der Radweg neben seiner eigentlichen Funktion als Solaranlage.


Kalte Sonne
Foto: Cold Sun, Mark Vegas, Flickr, CC BY-SA 2.0

Premiere in Deutschland

Entworfen wurde der Radweg von Donald Müller-Judeex, einem 56-jährigen Ingenieur. Müller-Judex war lange Zeit als Journalist tätig und gründete in seiner Karriere drei Firmen. Die letzten vier Jahre war er damit beschäftigt, sich einen Traum zu verwirklichen: Den ersten Solarweg Deutschlands zu konstruieren. Unsere Nachbarn in den Niederlanden haben so einen Weg bereits seit 2014.

Pro Jahr wird der Solar-Radweg etwa 16.000 Kilowattstunden Strom ins örtliche Stromnetz einspeisen – also etwa so viel, wie vier vierköpfige Familien in einem Jahr verbraucht. Auf 90 Meter Länge kommt der Weg auf eine Fläche von etwa 200 Quadratmeter. Er absorbiert außerdem Lärm, und da die Solarzellen bei externer Stromzufuhr Widerstandswärme erzeugen und so Schnee schmelzen können wird kein Winterdienst benötigt.


Theoretisch wäre es auch möglich, Sensoren in den Solarteppich einzubauen und so etwa auf größeren Straßen Verkehrsströme zu messen. Der Teppich kann einfach auf vorhandene Flächen aufgeklebt werden, es müssen also keine Beläge aufgefräst werden.

250 Euro pro Quadratmeter

Müller-Judex gründete 2014 seine Firma Solmove, in die er damals nahezu sein gesamtes Vermögen investierte. Über Jahre hinweg und in Zusammenarbeit mit zwei Fraunhofer-Instituten, der RWTH Aachen, der Universität Bayreuth und dem Forschungszentrum Jülich entstand dann der erste „multifunktionale Solarteppich“, wie Müller-Judex seine Erfindung nennt. „ Wir haben entwickelt, gemessen, probiert und heute ein Ergebnis, mit dem wir fürs Erste sehr zufrieden sind„, so Müller-Judex. Die Oberfläche des Solarmoduls weist eine Noppenstruktur auf, die den Verlust durch verdreckte Module so gering wie möglich halten soll.

Am Montag konnte Deutschlands erster Solar-Radweg im Beisein von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) eröffnet. Von dem Radweg in Erftstadt ist es mit dem Auto lediglich eine halbe Stunde bis zum Hambacher Forst. Müller-Judex sieht seinen Solarweg sozusagen als Gegenentwurf zur Energiegewinnung durch Braunkohle, für die der Hambacher Forst steht.

Die Projektkosten für den Radweg waren relativ hoch, wie Müller-Judex zugibt. Genaue Zahlen nennt er nicht – allerdings nennt er 250 Euro pro Quadratmeter als Ziel. Derzeit läge man deutlich über diesem Wert.

Als nächstes Projekt will Müller-Judex einen Parkplatz aus dem Solarteppich in Recklinghausen realisieren. Aber seine eigentlichen Ziele sind höher gesteckt: „ Ich will noch viel weitergehen, am liebsten um die ganze Welt.

"

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

5 Kommentare

  1. Björn

    14. November 2018 at 06:39

    Der erste Artikel ohne Quelle, Firmenname oder Verlinkung. Könnt Ihr das bitte nachreichen.

    Danke!

  2. wosch

    14. November 2018 at 09:17

    Fürs erste reiche ich mal nach.
    Das ist die Firma.
    http://www.solmove.com
    und Link zu nem Tagesschau-Bericht
    https://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-470651.html

  3. Björn

    14. November 2018 at 14:21

    Danke!
    Firma steht doch oben, hatte ich nach dem lesen vergessen. ^^

  4. Markus

    15. November 2018 at 12:43

    Welche vierköpfige Familie braucht 16.000 Kilowattstunden Strom?
    Meine vierköpfige Familie braucht ca 3.000 kwh.

  5. Alexander Trisko

    15. November 2018 at 15:28

    Oh. Da fehlte natürlich das Wörtchen „vier“. Danke.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.