Die chinesische Raumfahrtbehörde CNSA hat einen Übertragungsatelliten ins Weltall befördert, der bei der Erkundung der Rückseite des Mondes eine entscheidende Rolle spielen soll. Genutzt wurde dafür die im eigenen Land entwickelte Rakete „Langer Marsch 4“. Diese hob heute Morgen vom Weltraumbahnhof in Sichuan ab und setzte planmäßig nach rund 25 Minuten den Satelliten aus. Die Kommunikationsstation befindet sich nun in der Nähe des Erdtrabanten und hat bereits erfolgreich das Sonnensegel und die Antennen ausgefahren. Zunächst allerdings dürfte der Satellit noch eher wenig spannende Erkenntnisse über den Erdtrabanten liefern. Denn gewissermaßen fehlt noch sein Gegenstück: Das unbemannte Landemodul „Chang’e 4“, das in rund einem halben Jahr auf der Rückseite des Mondes landen soll. An Bord befindet sich dann auch ein Roboterfahrzeug zur ausführlichen Erkundung des Gebiets.


Mond
Foto: Dino Abatzidis, via Flickr. CC BY-NC-SA 2.0

Der Satellit sucht auch nach Radiosignalen aus der Anfangszeit des Universums

Die auf diese Weise gewonnenen Bilder und Daten können aber nicht direkt zur Bodenstation geschickt werden, denn der Rover befindet sich ja auf der erdabgewandten Seite des Mondes. Hier kommt nun der Satellit namens „Queqiao“ ins Spiel. Dieser wurde so positioniert, dass er sowohl mit der Rückseite des Erdtrabanten als auch mit der Station auf der Erde Kontakt aufnehmen kann. Die Signale werden also – wenn man so will – über Bande ans Ziel gebracht. Bis es so weit ist, hat der Satellit aber noch eine weitere Aufgabe bekommen: Er soll in der stillen Umgebung des Mondes nach Radiosignalen aus der Anfangszeit des Universums horchen. So könnten als Nebenprodukt der Mission auch noch neue Erkenntnisse über die Entstehung des Weltraums gewonnen werden.

Eine bemannte Mission ist ebenfalls bereits in Planung

Die Landung des Moduls „Chang’e 4“ wird nicht die erste chinesische Mission zum Mond sein. Vielmehr landete die Vorgängerversion bereits auf der Vorderseite des Erdtrabanten und setzte dort den Rover Yuvu ab. Dieser konnte sich zwar schon nach einem Tag nicht mehr fortbewegen, sendete aber weiterhin fleißig Daten in Richtung Erde. Dadurch konnte unter anderem ein neuer Typ Mondgestein identifiziert werden. Die unbemannte Mission auf die Rückseite soll nun vor allem dazu dienen, die Kruste des Mondes genauer zu untersuchen. Verläuft das Projekt erfolgreich, ist auch schon ein weiterer Flug zum Mond geplant: Dann sollen sich auch Astronauten an Bord befinden. China wäre damit nach den USA erst das zweite Land überhaupt, das Menschen zum Mond fliegt.

Via: Reuters


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1 Kommentar

  1. Peter

    22. Mai 2018 at 13:17

    Na hoffentlich gibt es auch eine Rückseite vom Mond…

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