Auf Rangierbahnhöhen in Nürnberg und Würzburg geht es künftig leiser zu. Außerdem sinkt vor Ort der Schadstoffausstoß. Das machen fünf Hybrid-Lokomotiven möglich, die die Deutsche Bahn am 30. November der Öffentlichkeit präsentiert. Hergestellt wurden sie im Alstom-Werk Stendal.


Rein elektrischer Betrieb ist möglich

Im Normalfall fahren die „Prima H3“ genannten Loks rein elektrisch. Nickel-Cadmium-Akkumulatoren versorgen den Elektromotor mit Energie. Wenn die Stromvorräte verbraucht sind schaltet sich ein Dieselgenerator zu, der die Batterien wieder auflädt. Dieser Motor erfüllt die derzeit schärfsten Emissionsrichtlinien. Insgesamt sinkt der Schadstoffausstoß um 70 Prozent gegenüber einer Diesel-Rangierlok gleicher Leistung. Der Treibstoffverbrauch sinkt um rund 50 Prozent. An den Kosten von knapp zehn Millionen Euro beteiligte sich der Freistaat Bayern mit 675.000 Euro.


22 Hybridloks sind schon verkauft

Alstom hat bisher 22 dieser Loks verkauft, unter anderem an Volkswagen, Audi und an die Chemieparks in Leverkusen, Krefeld und Dormagen. Die Fahrzeuge haben eine Leistung von 700 Kilowatt und erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde. Damit sind sie auch für den so genannten Streckenverkehr geeignet, also für – kurze – Fahrten über das Schienennetz.

Die überproportionale Senkung des Schadstoffausstoßes, vor allem von Stickoxiden, beruht auf der Fahrweise des Dieselaggregats. Während sich die Drehzahl des Motors von Dieselloks wegen unterschiedlicher Geschwindigkeiten ständig ändert, läuft der Dieselgenerator immer mit einer Drehzahl, bei der die wenigsten Emissionen entstehen.
Die Hybridlok gibt es in zwei weiteren Varianten. Als reine Akkulok hat die Prima H3 eine Leistung von 600 Kilowatt. Außerdem wird sie mit zwei 350-Kilowatt-Dieselgeneratoren ohne Batterien angeboten.

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