Der Langstreckenschwimmer Ben Lecomte hat angekündigt, von Japan nach Kalifornien schwimmen zu wollen. Ein Blick auf die Weltkarte verrät: Dafür muss er einmal den kompletten Pazifik durchqueren. Dies entspricht ungefähr einer Distanz von 8.850 Kilometern. Die Route wurde bewusst gewählt, denn sie führt direkt durch den sogenannten „Great Pacific Garbage Patch“ – eine riesige Ansammlung von Plastikmüll mitten im Pazifik. Genau darum geht es nämlich auch bei der Aktion: Die weltweite Aufmerksamkeit für die Problematik der verschmutzten Meere zu erhöhen. Bisher reicht das Engagement der Weltgemeinschaft in diesem Bereich noch nicht aus: Je nach Quelle erhöht sich die Menge an Plastikmüll in den Ozeanen jedes Jahr um einen Wert zwischen 4,8 und 12,7 Millionen Tonnen.


Bild: Seeker

Täglich sollen rund 50 Kilometer zurückgelegt werden

Lecomte wird aber logischerweise nicht die ganze Strecke an einem Stück schwimmen können. Stattdessen wurden für die Distanz insgesamt 180 Tage eingeplant. An diesen wird sich der Schwimmer täglich rund acht Stunden im Wasser befinden und jeweils knapp fünfzig Kilometer zurücklegen. Abends begibt er sich dann wieder in das stets mitfahrende Boot und speichert die GPS-Koordinaten des aktuellen Standorts. So wird sichergestellt, dass es am nächsten Morgen wieder von der gleichen Stelle losgeht und tatsächlich der komplette Pazifik durchschwommen wird. Völliges Neuland betritt Lecomte mit dieser Aktion nicht: Er war auch der erste Mensch, der als Schwimmer den Atlantik durchquert hat. Dieser ist allerdings auch noch einmal eine ganze Ecke kleiner als der Pazifik.

1.000 Proben für die Wissenschaft

Die Aktion wird zudem in Zusammenarbeit mit verschiedenen wissenschaftlichen Organisationen durchgeführt. Auf dem Weg durch den Pazifik wird das Team um Lecomte daher auch mehr als 1.000 unterschiedliche Proben einsammeln. Die beteiligten Forscher erhoffen sich dadurch zum einen neue Erkenntnisse über die Verschmutzung mit Plastikmüll. Zum anderen könnten dadurch aber beispielsweise auch neue Daten über die Routen von Walen und Delfinen gewonnen werden. Gut möglich übrigens, dass Lecomte unterwegs auch weniger friedlichen Tieren begegnen wird: Auf der von ihm geschwommenen Strecke leben auch verschiedene Haiarten. Wer möchte, kann die Reise zudem bequem von zuhause aus verfolgen: In den sozialen Netzwerken wird es immer wieder Live-Videos und Tageszusammenfassungen geben.

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Zuletzt aktualisiert am 15.12.2018
Via: Treehugger


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