Essen to go ist seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil der Restaurantszene. Auf dem Weg nach Hause schnell vom Restaurant an der Ecke etwas Leckeres mit nach Hause nehmen, weil man mal wieder nichts Vernünftiges zu Essen im Kühlschrank, aber eben auch definitiv keine Lust auf einen ausgedehnten Restaurantbesuch hat, ist vor allem für arbeitende Singles eine gute Sache. Es gibt nur ein Problem: Bei jeder Mahlzeit fällt eine Menge Verpackungsmüll an. Über das Jahr gerechnet kommt da ganz schön was zusammen. Der Berliner Mustafa Demirtas möchte mit einem Projekt namens Tiffin gegen diesen Umstand angehen. Statt Plastikverpackungen gibt es in teilnehmenden Restaurants geliehene Metallbehälter, die der Kunde später an das Restaurant zurückgibt.


Pilotprojekt in Berlin Kreuzberg

Bei einem sogenannten Tiffin handelt es sich um eine stapelbare, runde Box aus Metall, in denen Essen aufbewahrt werden kann. Die Idee kommt aus der indischen Stadt Mumbai, in der täglich 200 Essen in einem Tiffin in Büros geliefert werden.


Die Idee ist denkbar einfach: Statt der üblichen Einweg-Kunstoffbox bekommt der Kunde sein Takeaway-Essen in einem Tiffin-Behälter. Nach der Malzeit wird dieser einfach an das Restaurant zurückgegeben.

Die Tiffin-Behälter gibt es vorerst als Pilotprojekt in 10 Restaurants im Berliner Kiez Kreuzberg. Möglich gemacht wurde das Projekt durch die Crowdfundingplattform www.startnext.com, auf der Mustafa Demirtas 30.000 € für die erste Phase des Projekts sammeln konnte. Im ersten Testlauf sind nun 500 Tiffin-Boxen im Umlauf. Sollte Tiffin gut ankommen, wird das Projekt entsprechend ausgeweitet.

Aus Liebe zum Meer: Nachhaltiges Takeaway

Die nötige Motivation für das Tiffin-Projekt nahm Demirtas aus seiner Liebe zum Meer. In seinen Ferien ist der Berliner entweder mit dem Surfbrett auf oder mit einem Schnorchel unter dem Wasser zu finden. “Dabei wird mir aber auch immer immer wieder bewusst, wie viel Plastikmüll in den Ozeanen rumschwimmt”, klagt er. Der Umgang mit Plastikmüll ist ein globales Problem, aber wir Deutschen tragen unseren Teil dazu bei: Laut der Naturschutzorganisation BUND produzieren wir in Europa den meisten Plastikmüll – 11,5 Tonnen pro Jahr. Es gibt jedoch diverse clevere Projekte, um den Müllbergen zu begegnen. So zum Beispiel das Ocean-Cleanup-Projekt des 20-jährigen Bojan Slat. Das Tiffin-Projekt soll dazu beitragen, diesen Wert zu senken.

Tiffin im Video vorgestellt

Quelle: ze.tt

Bildquelle: Tiffin-Projekt auf www.startnext.com

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2 Kommentare

  1. Marc Machetanz

    10. August 2015 at 18:13

    Also
    Entschuldigung mal bitte, aber ist das nicht eins zu eins ein Henkelmann aus 50er Jahren des letzten Jahrtausends?? Was bitte ist da das neue und innovative?? Doch nur die Ausgabe und Rücknahme an das Restaurant.
    Aber wenn er damit Geld verdient. herzlichen Glückwunsch…

  2. Sabrina vom Tiffin Projekt

    19. August 2015 at 13:00

    Lieber Marc,

    ja da hast du natürlich Recht, die Boxen sind nicht neu erfunden.
    Bei unserem Projekt geht es aber um die Vermeidung von Verpackungsmüll im Take-Away mit Hilfe dieser Boxen.

    Es geht hier nicht um Geld, wie du sagst, sondern um die Umwelt.
    Und was spricht dagegen, alte Ideen wieder neu aufleben zu lassen?

    Liebe Grüße
    Sabrina

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