Elon Musk ist berühmt und berüchtigt für seine sehr ambitionierten Zeitpläne. So möchte er die ersten Menschen schon im Jahr 2025 auf den Mars fliegen. Die Experten der NASA sind hingegen deutlich zurückhaltender: Sie streben Flüge in den 2030er Jahren an. Im US-Bundesstaat Texas hat Musk Unternehmen SpaceX nun erfolgreich den Prototypen einer Schwerlastrakete getestet, die später einmal Menschen auf den roten Planeten bringen soll. Besonders weit ging der Flug allerdings noch nicht: Die tonnenförmige Konstruktion stieg 150 Meter in die Luft, flog anschließend rund 100 Meter und landete dann zielgenau auf dem Boden. Musk aber denkt natürlich schon etwas weiter. Er twitterte: „Eines Tages wird das Raumschiff auf der rostfarbenen Sandfläche des Mars landen.“


Bild: SpaceX / Screenshot

Das neue Triebwerk wird mit flüssigem Methan betrieben

Kern des Prototypen ist ein von SpaceX entwickeltes Flüssigkeitsraketentriebwerk namens Raptor. Es nutzt flüssigen Sauerstoff und flüssiges Methan als Treibstoff. Die Nutzung von Methan bietet sich aus zwei Gründen an. Zum einen wird dadurch eine sehr hohe Effizienz erreicht. Dies wiederum bedeutet, dass mit der gleichen Menge an Treibstoff mehr Nutzlast transportiert werden kann. Außerdem lässt sich Methan auf dem Mars gewinnen und nutzbar machen. Dadurch muss der Treibstoff für den Rückflug nicht von Beginn an mitgeführt werden. Stattdessen kann theoretisch die Nutzlast weiter erhöht werden. Außerdem haben die Ingenieure von SpaceX eine neue Art der Entzündung eingebaut. Normalerweise geschieht dies, indem zwei Flüssigkeiten vermischt werden, die sich bei Kontakt gegenseitig entzünden. Das Raptor-Triebwerk besitzt hingegen ein elektrisches Zündsystem, was langfristig die Handhabung vereinfacht.

Beim ersten Testflug wurde noch ein Waldbrand ausgelöst

Verglichen mit den aktuell verwendeten Merlin-Triebwerken kommt der Raptor-Antrieb aktuell in etwa auf die doppelte Schubkraft. Im Laufe der Zeit soll die Leistung aber weiter gesteigert werden, sodass am Ende eine Verdreifachung der Schubkraft erreicht wird. Zuvor wollen die beteiligten Ingenieure aber erst noch eine Vielzahl an neuen Daten gewinnen und auswerten. Auch dazu diente der nun erfolgte Testflug des Starhoppers. Ganz ohne Zwischenfälle verlief dieser nicht. Denn bei der Landung löste sich eine Druckflasche und flog davon. Dies ist bei Tests in dieser frühen Phase allerdings nicht ungewöhnlich. Der erste Testflug im Juli hatte hingegen deutlich schwerwiegendere Folgen: Der Starhopper löste einen Waldbrand aus, der sich bis in ein benachbartes Wildschutzgebiet ausbreitete. Zukünftig wird der Prototyp allerdings nicht mehr fliegen: Er wird zu einem Teststand für Raptor-Triebwerke am Boden.


Via: Space.com

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