Das Berliner Startup PT Scientists hat ambitionierte Pläne: Das Team arbeitet an der Entwicklung einer eigenen Mondlandefähre. Diese soll in den Jahren 2020 bis 2022 zweimal auf dem Erdtrabanten landen. Anschließend ist zudem eine Kooperation mit der europäischen Raumfahrtagentur ESA geplant. Doch nun muss das Unternehmen einen schweren Rückschlag verkraften: Weil es bei der Auszahlung von Investoren- und Fördergeldern zu Verzögerungen kam, konnten anfallende Rechnungen nicht mehr beglichen werden. Der Geschäftsführung blieb daher keine andere Wahl als Insolvenz anzumelden. Dies muss aber nicht zwangsläufig das Ende des Projekts bedeuten. Zwar wurde zunächst ein externer Insolvenzverwalter bestimmt. Dieser wird nun aber gemeinsam mit dem bisherigen Team nach neuen Investoren suchen. Auch die Entwicklung der Mondlandefähre soll zunächst weiter laufen.


So soll der Mondlander aus deutscher Produktion einmal aussehen. Bild: PT Scientists

Hohe Investitionen haben die Geldreserven schmelzen lassen

Die Probleme bei der Auszahlung der Gelder trafen das Projekt zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Denn zuletzt hatte das Unternehmen viel Geld in die Hand nehmen müssen. So wurde die Zahl der Mitarbeiter deutlich aufgestockt. Außerdem wurden die für den Bau der Landefähre nötigen Reinräume eingerichtet. Auch die ersten Bauteile mussten bereits bestellt werden, um den Zeitplan des Projekts nicht zu gefährden. Dadurch sanken allerdings auch die zur Verfügung stehenden Geldmittel. Als die neuen Gelder dann nicht wie erhofft eintrafen, war der Gang zum Insolvenzrichter unumgänglich. Für das Projekt bedeutet dies zumindest eine gewisse Verzögerung. Denn nun muss sich das Management zunächst um eine langfristige Lösung der Finanzprobleme bemühen. Unterstützung könnte dabei von den bisherigen Sponsoren – darunter Audi, Vodafone und Red Bull – kommen.

Die PT Scientists wurden fpr die Google Lunar X Prize Challenge gegründet

Es ist allerdings nicht der erste Rückschlag in der Geschichte des Projekts. Denn ursprünglich wurden die PT Scientistes gegründet, um an Google Lunar X-Prize Challenge teilzunehmen. Der Internet-Konzern hatte dafür eine Prämie von 20 Millionen Dollar ausgelobt. Erhalten sollte sie das private Unternehmen, das zuerst auf dem Mond landet und dort mindestens 500 Meter zurücklegt. Bis zur letzten Frist im März 2018 gelang dies allerdings keinem der teilnehmenden Teams – weshalb das ausgelobte Preisgeld zum größten Teil verfallen ist. Davon ließen sich die PT Scientists allerdings nicht unterkriegen und setzten ihr Projekt stattdessen mithilfe von staatlichen Fördergeldern und privaten Sponsoren fort. Nun wird Insolvenzverwalter Sascha Feies über die weitere Zukunft des Projekts entscheiden müssen.


Via: PT Scientists

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1 Kommentar

  1. Olaf Barheine

    10. Juli 2019 at 14:59

    Da bin ich sehr gespannt, ob man davon noch einmal etwas hört.

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