Wolken haben unmittelbare Auswirkungen auf das lokale Wetter. Denn sie können verhindern, dass Sonnenstrahlen bis auf die Erde dringen. Außerdem sind sie für den Regen verantwortlich. Genauso spielen Wolken aber auch bei der Entwicklung des weltweiten Klimas eine Rolle. Denn viele Wolken sorgen dafür, dass mehr Sonnenlicht ins All reflektiert wird. Dadurch wiederum wärmt sich die Erde weniger stark auf. Logischerweise wird daher schon seit längerem untersucht, wie Wolken eigentlich entstehen. Vereinfacht ausgedrückt sind es kleinste Wassertröpfchen, die sich in der Atmosphäre an sogenannte Aerosole binden. Nicht ohne eine gewisse Ironie: Die Aerosole stammen zu einem Großteil aus Industrieschornsteinen und von anderen menschlichen Aktivitäten – wodurch es heute auch mehr Wolkenbildung gibt als in der Vergangenheit.


Bild: Glg [CC BY-SA 2.0 de (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/deed.en)]

Pyridinium-Ionen lassen die Nano-Tröpfchen schneller wachsen

Experten gehen sogar davon aus, dass ohne diesen Effekt die Erderwärmung in den letzten Jahrzehnten noch stärker ausgefallen wäre. Vor diesem Hintergrund ist nun eine Entdeckung eines internationalen Teams von Wissenschaftlern von Bedeutung. Bei Experimenten an der Universität Lyon entdeckten sie ein Molekül, das bei der Wolkenbildung eine wichtige Rolle spielt. Konkret geht es um Pyridinium-Ionen. Diese beschleunigen den neuesten Erkenntnissen zufolge die Tröpfchenbildung an den Aerosolen. Die Wirkungsweise ist dabei durchaus interessant: Denn die Moleküle sorgen dafür, dass weniger Wasser am Rande des Tröpfchens verdunstet. Dadurch kann es schneller wachsen und es entstehen mehr und größere Wolken. Später allerdings treten die Pyridinium-Ionen wieder aus – was eventuell erklären könnte, warum sie bisher nicht entdeckt wurden.

Geo-Engineering ist höchst umstritten

Bereits bekannt ist zudem, woher das Pyridinium in der Atmosphäre stammt. Zu den Quellen gehören unter anderem Waldbrände, Autoabgase und Tabakrauch. Die Entdeckung könnte nun dazu beitragen, besser zu verstehen, wie Wolken entstehen. Letztlich wären dann genauere Prognosen zur zukünftigen Wolkenbildung möglich – was exaktere Klimamodelle mit sich brächte. Theoretisch ist aber auch der Einsatz der Moleküle im Bereich des sogenannten Geo-Engineerings denkbar. Also dem Versuch durch die gezielte Freisetzung des Katalysators die Wolkenbildung zu beschleunigen und so Einfluss auf das Klima zu nehmen. Solche Ansätze sind allerdings höchst umstritten und könnten unabsehbare Folgen haben.


Via: Die Welt

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