Quinoa fällt unter die (etwas schwer definierbare) Kategorie der Superfoods und erfreut sich dementsprechend großer Beliebtheit. Die Pflanze ist ursprünglich in Südamerika beheimatet und in europäischen Gefilden nur schwer zu kultivieren. Dementsprechend hoch ist der CO2-Abdruck, den so ein Tütchen Quinoa hinterlässt, bevor es im heimischen Reformhaus landet. Forscher der Christian-Albrechts-Universität Kiel arbeiten derzeit daran, Quinoa-Samen für die Züchtung in Europa vorzubereiten.


Bild: Quinoa, Methylsoy, CC SA-BY 3.0, via Wikipedia

Quinoa: Superfood mit großem CO2-Fußabdruck

Quinoa gehört hinter Chiasamen zu den am meisten verkauften Superfoods in Deutschland. Und das ist auch kein Wunder, schließlich sind die Samen der Pflanze reich an Protein, enthalten viele essentielle Aminosäuren und liefern Eisen, Zink, Vitamine und Magnesium. Beliebt sind sie auch als Bestandteil einer glutenfreien Ernährung.

Da Quinoa hauptsächlich in den Hochebenen der Anden angebaut wird, müssen die Samen importiert werden – was einen entsprechenden ökologischen Schaden hinterlässt, der sich nicht zuletzt auch in dem großen CO2-Fußabdruck manifestiert, den der Import hinterlässt.


Um diesen Fußabdruck zu verringern, arbeitet ein Team rund um Nazgol Emrani von der Christian-Albrechts-Universität in Kiel daran, eine Quinoa-Art zu züchten, die auch in Europa gedeihen kann. Dabei spielte den Forschern in die KArten, dass es im vergangenen Jahr gelang, das Quinoa-Genom zu entscchlüsseln. Quinoa kommt in zahlreichen Varianten vor, und durch die Entschlüsselung des Genoms können nun züchterisch wichtige Gene identifiziert und modifiziert werden. Das Team zog dieses Jahr 350 Quinoa-Spezies auf, um die relevanten Gene identifizieren zu lönnen.

Europäische Quinoa bereits in fünf Jahren?

Um den Quinoa-Anbau in Europa zu ermöglichen, muss die Pflanze an lange Tage und kurze Sommer angepasst werden. Außerdem muss die Pflanze zur richtigen Zeit blühen. In ihrer tropischen Heimat muss Quinoa das nicht tun, da die klimatischen Bedingungen im Verlauf des Jahres nur unwesentlichen Schwankungen unterworfen sind. Hinzu kommt, dass Quinoa für den Anbau in Europa möglichst wenige Äste haben sollte, um gut für die maschinelle Ernte geeignet zu sein.

Und wenn Quinoa schon neu gezüchtet wird, dann liegt es nahe, auch den Nährstoffgehalt der Pflanze zu modifizieren. „ Für gesundheitsbewusste Menschen ist vor allem der hohe Nährwert interessant. Diese für die gemäßigten Breiten vorteilhaften Eigenschaften wollen wir in unserem Projekt durch Kreuzung der optimalen Pflanzen verstärken„, so Emrani.

Und das Projekt hat bereits erste Erfolge zu verzeichnen. „ Wir haben in unseren Untersuchungen schon Quinoa-Arten gefunden, die an die Tageslängen in Deutschland und Europa angepasst sind und eine kurze Vegetationsphase idealerweise von Mitte April bis Ende August aufweisen„, erklärt die Forscherin. Der nächste Schritt sei es, die vielversprechendsten unter diesen Arten zu identifizieren, im nächsten Jahr erneut anzubauen und miteinander zu kreuzen.

Das Team geht davon aus, bereits in etwa fünf Jahren eine Quinoa-Spezies gezüchtet zu haben, die großflächig in Nordeuropa angebaut werden kann. Danach gehe es allerdings noch darum, dass die Landwirtschaft und die Industrie das Potential der Pflanze erkennen.

"via Universität Kiel

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