Aktuell deckt Ägypten mehr als 90 Prozent des Elektrizitätsbedarfs über fossile Energieträger wie Öl und Gas. Der so produzierte Strom wird zudem stark subventioniert an die Bevölkerung abgegeben. Dies kann aus sozialer Sicht durchaus Sinn ergeben, hat aber den Nachteil, dass der Anreiz Strom zu sparen dadurch stark abnimmt. Gemeinsam mit dem Internationalen Währungsfonds hat die Regierung daher nun einen Kurswechsel eingeleitet. Auf der einen Seite sollen die Subventionen gesenkt werden. Gleichzeitig sollen die nachhaltigen Ressourcen des Landes – vor allem Sonne und Wind – dafür sorgen, dass viel preiswerter Strom erzeugt wird. Teil der ägyptischen Variante der Energiewende ist auch eine Solarfarm namens Benban in der Wüste. Nach der Fertigstellung im nächsten Jahr soll es sich um den größten Solarpark der Welt handeln.


Die Investitionssumme liegt bei 2,8 Milliarden Dollar

Der Umschwung ist aber nicht nur nötig, um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Vielmehr profitieren auch die Ägypter direkt. So müssen weniger wertvolle Devisen für den Kauf von Öl und Gas aufgewendet werden. Gleichzeitig sinkt auch die Luftverschmutzung, was insbesondere in Kairo von Bedeutung ist. Die Hauptstadt des Landes wurde vor kurzem von der Weltgesundheitsorganisation WHO zur Stadt mit der zweitstärksten Luftverschmutzung weltweit gewählt. Auch deshalb war die Regierung bereit insgesamt 2,8 Milliarden Dollar alleine in das neue Solarkraftwerk zu investieren. Die Kapazität der neuen Anlage soll nach Fertigstellung bei 1,8 Gigawatt liegen. Dies wäre genug, um hunderttausende Haushalte und Betriebe mit sauberem Strom zu versorgen. Es handelt sich aber zugleich auch um eine wichtige wirtschaftspolitische Maßnahme.


Die Arbeiter werden von Experten aus den USA ausgebildet

Denn aktuellen Planungen zufolge sollen in der Solaranlage später einmal bis zu 4.000 Menschen arbeiten. Sichere und gut bezahlte Arbeitsplätze zu schaffen ist wiederum eine der wichtigsten Aufgaben der ägyptischen Regierung. Ein Teil der Arbeiter wird zudem bereits jetzt vor Ort von Experten aus den Vereinigten Staaten ausgebildet. Es findet also auch ein Technologie- und Wissenstransfer statt, von dem ein Schwellenland wie Ägypten stark profitieren kann. Das Solarkraftwerk ist aber gleichzeitig nur ein Teil eines größeren Plans: Bis zum Jahr 2025 sollen immerhin 42 Prozent des Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden. Auf dem richtigen Weg scheint das Land schon zu sein. Alleine seit Bekanntgabe der Zielmarke haben sich die Investitionen im Bereich der Erneuerbaren Energien mehr als verfünffacht.

Via: Inhabitat

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