Der Online-Handel wächst rasant und macht klassischen Läden das Leben immer schwerer. Bisher galt dies allerdings nicht unbedingt für die Automobilbranche. Hier legten die Kunden auch weiterhin Wert auf eine Probefahrt und einen Ansprechpartner vor Ort. Nicht zuletzt weil dieser im Zweifelsfall auch noch einmal einen Rabatt einräumen kann. Tesla-Chef Elon Musk hat sich nun aber für einen radikalen Kurswechsel entschieden: Er will sämtliche Tesla-Verkaufsflächen weltweit schließen. Lediglich ein kleiner Teil soll zu Ausstellungs- und Informationszentren umgebaut werden. Das Unternehmen bestätigte zudem, dass damit auch ein Stellenabbau einhergeht, wollte aber keine konkreten Zahlen benennen. In jedem Fall sollen durch den Schritt massiv Kosten eingespart werden, um noch günstigere Elektroautos auf den Markt bringen zu können.


Foto: Elon Musk

Ein Tesla für 35.000 Dollar ist nur ohne Vertrieb möglich

Der Hintergrund: Tesla hatte einst angekündigt, die preiswerteste Version des neuen Mittelklassewagens Model 3 für 35.000 Dollar zu verkaufen. Obwohl das Auto aber bereits seit dem Sommer 2017 ausgeliefert wird, stand die preisgünstige Variante bisher nicht zur Verfügung. Stattdessen wurden nur teurere Modelle mit Sonderausstattung oder einem Performance-Modus ausgeliefert. Der Grund dürfte offensichtlich sein: Anders als angekündigt war Tesla schlicht nicht in der Lage, das Fahrzeug zu diesem Preis kostendeckend zu produzieren. Durch die massiven Einsparungen im Vertrieb soll dies nun aber gelingen. Es ist nicht der erste größere Stellenabbau bei Tesla. Schon im vergangenen Jahr wurden tausende Mitarbeiter in der Produktion entlassen. Außerdem wurde die Zusammenarbeit mit zahlreichen Subunternehmern beendet.

Der Umtausch soll radikal vereinfacht werden

Wie aber kann man jetzt noch einen Tesla kaufen? Laut Elon Musk soll dies zukünftig weltweit innerhalb einer Minute über die App möglich sein. Für den Kunden hat dies aber einen großen Nachteil: Er kann das Auto nicht mehr Probefahren. Auch hier hat sich Tesla allerdings etwas überlegt. Im Gegenzug soll nämlich der Umtausch des gekauften Autos deutlich einfacher werden. Konkret bedeutet dies: Wer seinen Tesla innerhalb von einer Woche und mit weniger als 1.600 gefahrenen Kilometern zurückgibt, bekommt den vollen Kaufpreis erstattet. Die Einsparungen im Vertrieb könnten zudem auch etwas mit den aktuellen Geschäftszahlen von Tesla zu tun haben. Denn im ersten Quartal wird der Konzern Verluste schreiben. Laut Musk soll danach aber die Rückkehr in die Gewinnzone gelingen.


Via: The Guardian

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