Hans-Peter Kastner betreibt in Stuttgart einen Getränkemarkt. Lange Zeit kannten ihn lediglich die Kunden in der Nachbarschaft. Doch inzwischen ist der Händler zu einer Art Star in den sozialen Medien geworden. Der Grund: Er verfasste dort einen offenen Brief und kündigte an, ab August sämtliche Einweg-Plastikflaschen aus dem Sortiment zu nehmen. Inzwischen wurde dieses Posting mehr als 3,2 Millionen Mal gelesen und fast 50.000 Mal geteilt. Der Kaufmann scheint mit seiner Idee also einen Nerv getroffen zu haben. Denn zuvor erreichte er mit seinen Facebook-Posts lediglich einige hunderte Menschen. Dennoch ist die Aktion für den Getränkemarkt nicht ohne Risiko. Doch Kastner hat sich gut vorbereitet und will so einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten.


Bild: Getränke Lieferservice Kastner via Facebook

Ein Umsatzrückgang wird sich wohl nicht vermeiden lassen

Zuvor hat er die Kassenbons der vergangenen Monate analysiert. Das Ergebnis: Rund 30 Prozent des Umsatzes lassen sich auf Plastikflaschen zurückführen. Sollten all diese Kunden sich in Sachen Getränke-Kauf anderweitig orientieren, würde dies die Existenz des Marktes gefährden. Doch Kastner ist zuversichtlich, für die allermeisten Produkte gute und preiswerte Alternativen in Glasflaschen anbieten zu können. Außerdem könnte er durch sein Alleinstellungsmerkmal auch neue Kunden gewinnen. Alles in allem kalkuliert er mit einem Umsatzrückgang von fünf Prozent. Dies wäre ein durchaus erheblicher Betrag. Die Existenz des Ladens wäre dadurch aber nicht gefährdet. Zumal der Schritt an anderer Stelle für Entlastung sorgt.

Die Plastikflaschen vom Discounter waren ein Problem

Denn bisher ist es in Getränkemärkten üblich, alle Einweg-Plastikflaschen zurückzunehmen – auch wenn diese beim Discounter gekauft wurden. Eine Zählung ergab: Innerhalb von zwölf Wochen wurden in dem Stuttgarter Markt 10.400 Einweg-Flaschen und Dosen zurückgegeben. Diese muss der Betrieb lagern und entsorgen lassen. Zukünftig ist dies hingegen nicht mehr der Fall. Weil er keine Plastikflaschen mehr verkauft, wird Kastner auch keine mehr zurücknehmen. Der Getränkehändler hofft zudem, dass langfristig einige weitere Betreiber seinem Beispiel folgen werden. Noch dürften die Kollegen aber zunächst abwarten, wie sich der Stuttgarter Getränkemarkt nach dem Aus für die Plastikflaschen tatsächlich entwickelt. Zeit für eine Trendwende wäre es: Rein statistisch verbraucht jeder Deutsche 200 Einweg-Plastikflaschen pro Jahr.


Via: Wiwo

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1 Kommentar

  1. Björn

    2. Juli 2019 at 14:02

    Geile Sache!

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