Der Elektroautopionier Tesla wird die Produktion des Mittelklassewagens Model 3 für einige Tage unterbrechen. Dies teilte die Firma den Mitarbeitern der Fabrik in Fremont mit. Die Zeit soll genutzt werden, um Schwachstellen in der Produktion zu beseitigen. Ein Unternehmenssprecher sprach von „Flaschenhälsen“, die den Prozess immer wieder verlangsamen und nun entfernt werden sollen. Konkretere Angaben wurden allerdings nicht gemacht. Erst vor einigen Tagen hatte Musk eingeräumt, einen Fehler bei der grundsätzlichen Konzeption der Produktion begangen zu haben: Er setzte zu stark auf Roboter und automatisierte Systeme. Gut möglich, dass die Pause nun genutzt wird, um einige der Anlagen schlicht wieder abzubauen und die Aufgaben zukünftig von menschlichen Mitarbeitern erledigen zu lassen.


So sieht der neue Tesla aus. Foto: Elon Musk

Die Vorgehensweise ist bereits aus der Vergangenheit bekannt

Amerikanischen Medienberichten zufolge wurde die Produktionspause den Angestellten in der Fabrik allerdings ohne Vorwarnung mitgeteilt. Diese haben nun lediglich die Möglichkeit Urlaubstage abzubauen oder vier bis fünf Tage unbezahlt zuhause zu bleiben. Vollkommen ungewöhnlich ist der Schritt von Tesla aber nicht. Auch bei den vorherigen Modellen wurden zu Beginn immer mal wieder Produktionspausen eingelegt, um die Prozesse weiter optimieren zu können. Es muss sich also nicht zwingend um ein schlechtes Zeichen handeln. Für die rund 400.000 Vorbesteller des Model 3 bedeutet dies aber natürlich: Sie müssen vermutlich noch ein bisschen länger auf ihren Wagen warten. Dabei hinkt der Konzern schon jetzt weit den eigenen Planungen hinterher. Erst im Sommer soll die Zielmarke von 5.000 Autos in der Woche endlich erreicht werden.

Die schlechten Nachrichten mehren sich

Die Produktionspause reiht sich ein in eine ganze Reihe von schlechten Nachrichten aus dem Tesla-Universum in den letzten Wochen. So musste der Konzern beim teureren Model S den größten Rückruf seiner Geschichte starten, weil einige Schrauben der Servolenkung nicht für einen dauerhaften Einsatz geeignet waren. Diese wurden allerdings nicht von Tesla selbst hergestellt, sondern stammten vom deutschen Zulieferer Bosch. Außerdem kam es zu einem tödlichen Unfall mit dem Autopiloten des Unternehmens – woraufhin ein öffentlich ausgetragener Streit zwischen dem Autohersteller und den staatlichen Behörden entflammte. Firmenchef Elon Musk wiederum ließ sich zu einem Aprilscherz hinreißen und verkündete auf Twitter die Pleite seines Unternehmens. Ein Spaß, der nicht bei allen Investoren gut ankam.

Via: New York Times


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