„Stardust Odyssey“ nennt sich der weltweit kleineste Stop-Motion-Film, der jemals kreiert wurde. Mit dem bloßen Auge sind die gerade einmal 300 Mikrometer kleinen Figuren des 3D-Daumenkinos nicht zu sehen. Hergestellt wurden die Figuren mit einem Nano-3D-Drucker. Als Aufnahmegerät fungierte ein Rasterelektronenmikroskop. Lebending wurden die Figuren, indem Miniroboter nachhalfen. Als Ort des Geschehens qualifizierte sich die Vakuumkammer des Mikroskops. Der Filmemacher Tibo Pinsard hat sich dafür eines Forscherteams von der Université Libre de Bruxelles bedient und gezeigt, was möglich ist.


Stardust Odyssey – der kleinste Stop-Motion-Film der Welt @Screenshot vom Youtube-Video; Urheber: Darrowan Productions

Spaß mit wissenschaftlichem Hintergrund

Der mikroskopisch kleine Kurzfilm hat Pinsard auch einen Eintrag in das Weltrekordbuch beschert. Der Trend geht in der Forschung und auch in der Technik immer mehr hin zur Miniaturisierung. Die Herstellung von Bauteilen im Nanobereich ist dabei beachtlich und mittels Elektronenmikroskop und weiteren technischen Methoden möglich.

Und so funktionierts

Die Forscher der Freien Universität Brüssel haben einen Zwei-Photonen-Nanodrucker genutzt, um die kleinen menschlichen Figuren des Films als dreidimensionale Objekte auszudrucken. Und das in verschiedenen Varianten und Körperhaltungen. Die so geschaffenen Figuren wurden im Anschluss mit einem Elektronenstrahl des Rasterelektronenmikroskops abgetastet. Mit dieser Methode wurden die Figuren in einer stark vergrößerten Graustufenansicht sichtbar gemacht. Da sich die Proben in einer Vakuumkammer befanden, mussten die Forscher diese mit der Hilfe eines Mikroroboters stets in neuen Positionen bringen. Nur so konnte daraus ein Stop-Motion-Film entstehen. Jede leichte Veränderung der Position stellt einen neuen Video-Frame dar.

Der weltweit kleinste Stop-Motion-Film


Die kleineste Mona Lisa der Welt und Nano-Autorennen

Spielerisch wurde demonstriert, was aktuell möglich ist und wie klein Gegenstände hergestellt werden können. In der Vergangenheit haben Forscher bereits gezeigt, wie per Nano-Lithografie die kleinste Mona Lisa der Welt geschaffen werden konnte. Punkt für Punkt entstand mittels Rasterkraft-Spitze die gerade einmal 30 Mikrometer große Mona Lisa.

Am 28. April 2017 haben sich Forscher der französischen Forschungsorganisation CNRS einen besonderen Wettstreit geliefert. Initiiert wurde ein Wettrennen mit Nano-Autos, die allesamt unter 100 Nanometer groß waren. „Das Nanocar-Rennen ist eine einzigartige Möglichkeit für Wissenschaftler, modernste Technologien für die simultane Beobachtung und die unabhängige Steuerung solcher Nanomaschinen einzusetzen“, erklärten die zuständigen Forscher damals.

Video vom Nano-Autorennen

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.