Auf der Erde ist die Sache klar: Der Grand Canyon gilt als einzigartiges Naturschauspiel und steht dementsprechend unter Schutz. Sollte jemand auf die Idee kommen, dort beispielsweise einen Steinbruch anlegen zu wollen, würden die staatlichen Behörden dies rasch unterbinden. Wie aber sieht die Sache im Weltraum aus? Sollte auch der größte Canyon auf dem Mars, der Valles Marineris, für den Abbau von Rohstoffen tabu sein? Oder ein noch krasseres Beispiel: Dürfen die Ringe des Saturns zur Wassergewinnung genutzt werden, bis der Planet sein charakteristisches Aussehen verloren hat? Astrophysiker fordern über solche und ähnliche Fragen nachzudenken, bevor die ersten Firmen mit dem Abbau von Rohstoffen im All begonnen haben. Andernfalls könnte es schon zu spät sein.


Jupitermond Ganymed
Auf dem Jupitermond Ganymed soll es flüssiges Wasser geben (Foto: ESA/NASA)

Luxemburg und die Vereinigten Staaten treiben das Thema voran

Dass es sich bei dem Thema nicht um reine Science Fiction handelt, zeigen zwei Beispiele aus der Vergangenheit. So haben die Vereinigten Staaten bereits entsprechende Gesetze verabschiedet, um die notwendigen rechtlichen Rahmenbedingungen zu schaffen. In Europa wiederum hat das Fürstentum Luxemburg eine Führungsrolle übernommen und ebenfalls ehrgeizige Pläne in Sachen Ausbeutung der Weltraum-Ressourcen. Beide Länder haben kürzlich zudem eine Absichtserklärung unterzeichnet und wollen zukünftig eng kooperieren. Die in unserem Sonnensystem vorhandenen Rohstoff-Vorkommen sind gewaltig. So gehen Schätzungen davon aus, dass rund acht Millionen Mal so viel Eisen wie auf der Erde abgebaut werden könnte. Bei anderen Rohstoffen ist das Potential ähnlich groß.

Eine Obergrenze könnte übermäßigen Raubbau verhindern

Auch hier sprechen sich die Forscher aber für eine klare Begrenzung aus. Demzufolge sollen maximal ein Achtel der in unserem Sonnensystem vorhandenen Ressourcen ausgebeutet werden dürfen. Die einfache Überlegung dahinter: Sind die Vorkommen dort ausgebeutet, gibt es keine weiteren Reserven mehr. Gleichzeitig droht die Nachfrage durch zwei Faktoren stark anzusteigen. Zum einen dürfte die Bevölkerungszahl auf der Erde weiter zunehmen. Hinzu kommt: Sobald die ersten Unternehmen mit dem Abbau von Rohstoffen im Weltall Gewinne gemacht haben, dürften zahlreiche weitere Firmen folgen. Hier könnte eine Art Goldrausch einsetzen, bei dem innerhalb kürzester Zeit große Mengen an Ressourcen im All abgebaut werden. Aus Sicht der Forscher ist es daher wichtig, bereits jetzt feste Obergrenzen zu etablieren.


Via: The Guardian

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