Schon in der Bibel heißt es: „Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden“ (Psalm 90, Vers 12). Mittelalterliche Mönche entwickelten daraus das „Memento mori“ (Sei dir der Sterblichkeit bewusst) und hatten damit gar nicht so unrecht: Unsere Sterblichkeit gemahnt uns immer wieder, das Leben richtig zu leben und auch die Sinnsuche nicht zu vergessen.


Wo Schatten ist, da ist auch Licht / Foto: Yvonne Salmen

„Er lebte still und unscheinbar und starb, weil es so üblich war“

Natürlich lässt sich das Leben nach Belieben mit Arbeit und Spaß füllen, und wenn es irgendwann vorbei ist, dann ist es eben vorbei. Doch wer einmal so richtig in sich geht, der wird die schmerzliche Frage spüren: Soll das wirklich schon alles gewesen sein? Das nur oberflächliche lustige Sprichwort „Er lebte still und unscheinbar – und starb, weil es so üblich war“ bildet im Kern eine erschreckende Wahrheit ab, die uns alle betrifft. Möchten wir nicht viel mehr als das, nämlich hehre Ziele erreichen, wahres Glück empfinden und starke Spuren hinterlassen?

„Es ist eine große Lebensaufgabe zu sterben“

Die Frage nach dem Sinn des Lebens und den eigenen Wünschen bis ganz zum Schluss aufzuschieben, war noch nie eine Weise Entscheidung. Hildegard Willmann, die Autorin des Buches „Trauer: Forschung und Praxis verbinden“ meint, es sei „eine große Lebensaufgabe zu sterben“ und trifft mit dieser scheinbar paradoxen Aussage direkt ins Schwarze. „Wenn ich weiß, dass das Leben endlich ist, bekommt es eine andere Gewichtung. Je früher ich darauf achte, desto zufriedener kann ich am Ende sein“, führt die erfahrene Trauerbegleiterin weiterhin aus.


Was würdest du tun, wenn …?

Unsere kulturell bedingte Art, dem Tod wo immer es geht aus dem Weg zu gehen, ist nicht gerade hilfreich bei der Angstbewältigung. Einigen Menschen hilft eine Sterbemeditation, um sich nicht nur über den Tod klarzuwerden, sondern sich danach endlich ganz bewusst dem Leben zuzuwenden. Andere wiederum besuchen mit ganz viel Herzklopfen eine sterbende Person im Krankenhaus oder im Hospiz, statt des Thema zu ignorieren und vor sich herzuschieben. Die Überlegung, was du tun würdest, wenn du nur noch einen Monat zu leben hättest, könnte dich auf vielerlei heilsame Ideen bringen: Probiere es einfach mal aus!

Quelle: ze.tt

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