Die Zeiten, in denen es im Supermarkt an der Kasse kostenlose Plastiktüten gab, sind in Deutschland schon lange vorbei. Viele Ketten verzichten inzwischen sogar ganz auf den Verkauf und bieten stattdessen Alternativen aus Papier oder Stoff an. Die zum Metro-Konzern gehörende Kette Real geht nun sogar noch einen Schritt weiter: Sie will auch in der Obst- und Gemüseabteilung komplett auf Plastiktüten verzichten. Stattdessen sollen die Kunden kostenlose recycelte Papiertüten erhalten oder sich ein waschbares Tragenetz kaufen können. Durch diese Maßnahme sollen bundesweit jährlich rund siebzig Millionen Plastiktüten eingespart werden. Was zunächst nach sehr viel klingt, relativiert sich aber wieder, wenn man es auf die gesamte Bevölkerung umlegt. Denn dann ist es weniger als eine Plastiktüte pro Kopf.


Bild: Real

Plastikverpackungen sind ebenfalls ein großes Problem

Zum Vergleich: Insgesamt verursacht jeder Bundesbürger im Schnitt pro Jahr 37 Kilogramm Plastikmüll. Wie viel sich davon auf Plastiktüten zurückführen lässt, ist nicht genau bekannt. Allerdings dürfte der Verpackungsmüll eine deutlich größere Rolle spielen. In diesem Punkt tragen auch die Supermärkte einen Teil der Verantwortung, weil die Kunden oftmals keine Wahl haben und Produkte mit Plastikverpackung kaufen müssen. Auch hier kündigte die Kette aber bereits Verbesserungen an. Dennoch stellt der komplette Verzicht auf Plastiktüten von Real zunächst einmal eine gute Nachricht dar. Denn 70 Millionen Plastiktüten weniger bedeuten, dass auch weniger Plastikmüll in der Umwelt landen und dort erheblichen Schaden anrichten kann. Trotzdem wird der Schritt auch von vielen Umweltverbänden nicht ganz unkritisch gesehen.

Papiertüten bringen einen hohen Ressourcenverbrauch mit sich

Der Grund: Die angebotene Alternative aus Papier bringt auch einige Nachteile mit sich. Zwar stimmt es, dass sie in der freien Natur besser verrottet und daher keine so große Belastung für Flora und Fauna darstellt. Allerdings ist dies nur ein Teilaspekt der Ökobilanz. Denn für die Produktion der Papiertüten werden auch Ressourcen verbraucht – und zwar so viele, dass die Umweltbilanz bei einer einmaligen Nutzung unter Umständen sogar schlechter ausfällt als bei einer Plastiktüte. Oder anders ausgedrückt: Nur wenn der Kunde die Papiertüte auch für die nächsten Einkäufe nutzt, profitiert die Umwelt wirklich vom Verschwinden aller Plastiktüten. Ob dies allerdings wirklich realistisch ist, darf bezweifelt werden.


Via: Real

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1 Kommentar

  1. Björn

    27. Februar 2019 at 10:35

    Wie schon angedeutet, liegt es am Kunden! Da kann rewe nichts für, wenn deren Kunden auf das Tütengeld pfeifen und lieber bei jedem Einkauf 50Cent-1Euro dafür ausgeben als sich eine Stofftasche für häufige Verwendung zuzulegen.

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