Die Erfindung des Rads ermöglichte dem Menschen einen enormen Zivilisationssprung. Denn Waren und Personen konnten plötzlich deutlich schneller und mit viel weniger Aufwand über längere Strecken transportiert werden. Doch so praktisch ein Gefährt mit Rädern auch ist: Ohne den richtigen Untergrund geht es oftmals nicht vorwärts. Panzer sind daher schon seit langer Zeit mit Ketten ausgestattet, um jegliches Gelände befahren zu können. Das wiederum hat aber den Nachteil, dass sie auf flachen Strecken sehr langsam sind. Wissenschaftler der DARPA, der Forschungsagentur des Pentagons, haben daher nun eine Mischung aus beiden Varianten entwickelt: Ein Rad, das im normalen Modus rund ist und eine schnelle Fortbewegung ermöglicht, in schwierigem Gelände das Fahrzeug aber auf einer Kette laufen lässt.


Bild: DARPA

In gefährlichen Situationen kann Schnelligkeit entscheidend sein

Technisch realisiert wird dies durch eine Kunststoffkette und eine dreiteilige Felge. Bei einer normalen Fahrt dreht sich das Rad vollständig. Wechselt der Fahrer in den Kettenbetrieb, werden die einzelnen Teile der Felge genutzt, um die Kette anzutreiben. Die Umstellung soll jeweils nur wenige Sekunden dauern und so auch einen regelmäßigen Wechsel während der Fahrt ermöglichen. Das neuartige Reconfigurable Wheel-Track ist Teil eines größeren Projekt namens „Ground X-Vehicle Technologies“. Ziel ist es neue Arten von ungepanzerten Militärfahrzeugen zu entwickeln. Weil diese weitgehend ungeschützt sind, müssen sie sich in Gefahrensituationen sehr schnell bewegen können, um nicht zur tödlichen Falle für die Besatzung zu werden. Die neuen dreieckigen Reifen sollen in diesem Punkt eine wichtige Verbesserung darstellen.

Kameras sorgen für einen besseren Überblick

Außerdem wird am Einsatz von Elektromotoren gearbeitet. Ausnahmsweise geht es dabei aber nicht um den Klimaschutz. Vielmehr sollen die Nabenmotoren eine bessere Beschleunigung ermöglichen und so die Manövrierfähigkeit der Militärfahrzeuge erhöhen. Zumindest im Forschungsbereich scheint das US-Militär also nicht mehr so stark auf dick gepanzerte Fahrzeuge, sondern auf Schnelligkeit und Beweglichkeit, zu setzen. Dazu gehört auch, dass die Fahrer der Wagen zukünftig mehr Hilfe bekommen sollen. Statt sich nämlich durch kleine Fenster einen Überblick verschaffen zu müssen, kommen zukünftig große Bildschirme mit angeschlossenen Kameras zum Einsatz. Die so gemachten Bilder werden zudem genutzt, um verschiedene Fahrassistenzsysteme zu installieren. Von entscheidender Bedeutung ist allerdings, dass die ganze Technik dann im Ernstfall auch funktioniert.


Via: The Drive

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