Auf der Landstraße zwischen Walchsee und Kössen in Tirol kam es im vergangenen Monat zu einem nicht ungefährlichen Unfall: Ein Tesla fuhr gegen einen Baum und ging in Flammen auf. Weil andere Verkehrsteilnehmer schnell reagierten und den Fahrer aus dem Auto zogen, kam dieser mit einem großen Schrecken davon. Der Tesla allerdings war nicht mehr zu retten und brannte vollkommen aus. Bis hierhin stellt die Geschichte noch keine große Besonderheit dar. Doch der lokale Abschleppunternehmer Georg Greiderer weiß inzwischen, dass es hier um alles andere als eine alltägliche Entsorgung eines Schrottautos ging. Denn der Unternehmer lagerte den Tesla auf seinem Firmengelände – und wurde den Wagen anschließend nicht mehr los.


Bild: Christopher Dorobek [CC BY 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0)]

Das Löschwasser muss ebenfalls fachgerecht entsorgt werden

Der Grund: Alle österreichischen Recycling-Unternehmen lehnten eine Übernahme des Fahrzeugs ab. Denn ihre Prozesse sind auf das Recycling von intakten Lithium-Ionen-Akkus ausgelegt. Im Fall des Teslas ist die Batterie aber nicht nur schwer beschädigt, sondern auch kaum noch vom Rest des Autos zu unterscheiden. Außerdem setzte die Feuerwehr das Fahrzeug nach dem Unfall gezielt unter Wasser, um die Batterie zu kühlen und ein erneutes Feuer zu verhindern. Dabei ist aber auch eine gefährliche Lauge entstanden, die ebenfalls nur schwer zu entsorgen ist. Es ist daher nicht verwunderlich, dass selbst die spezialisierten Recycling-Unternehmen in Österreich eine Übernahme ablehnten. Ein Transport ins Ausland hingegen wäre extrem aufwändig geworden, weil es sich um einen Gefahrgut-Transport gehandelt hätte.

Ein Experte wird eigens aus den Niederlanden anreisen

Deshalb wandte sich der Unfallfahrer und Besitzer des Schrottautos schließlich an Tesla. Dort wurde zunächst versprochen, die Entsorgung zu übernehmen. Für mehr als vier Wochen geschah dann allerdings nichts. Erst als immer mehr Medien über den Fall berichteten, kam Bewegung in die Sache. In dieser Woche soll nun ein Experte aus den Niederlanden nach Österreich reisen und die Entsorgung koordinieren. Letztlich dürfte der Fall des ausgebrannten Teslas so also doch noch zu einem versöhnlichen Ende kommen. Die Geschichte zeigt aber, dass in diesem Punkt dringender Handlungsbedarf besteht. Die Hersteller von Elektroautos müssen schlicht sicherstellen, dass ihre Fahrzeuge auch nach einem Unfall noch sinnvoll entsorgt und verwertet werden können.


Via: Handelsblatt

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