Eine transparente und damit unsichtbare Beschichtung, die es Meeresbewohnern unmöglich macht, sich an Schiffrümpfe zu klammern, haben Forscher der University of Sydney in Australien entwickelt. Damit konkurrieren sie mit dem deutschen Chemiekonzern Evonik, der das Biofouling genannte -Anwachsen von Muscheln und anderem Getier durch eine Art Tarnkappe verhindert.


Insektenfang per Aquaplaning

Die Australier packen die Sache jedoch ganz anders an. Sie studierten die fleischfressende Kannenpflanze, die den biologischen Namen Nepenthes trägt. Sie hat eine raffinierte Technik entwickelt, um Insekten zu fangen. Der Rand der Öffnung, in den die kleinen Lebewesen fallen sollen, hat eine nanostrukturierte Oberfläche. Wenn diese feucht wird, was in den Tropen häufig passiert, können sich Insekten, die darauf landen, nicht halten. Sie gleiten in den Schlund der Pflanze. Es handelt sich um das von den Straßen bekannte Aquaplaning, gegen das kein Kraut gewachsen ist.


Professor Chiara Neto und ihr Team haben diese Nanostruktur nachgebaut. Im Labor setzten sie beschichtete Proben bestimmten Meeresbewohnern aus. Es gelang ihnen über längere Zeit nicht, sich an die Oberfläche zu klammern. Eine mit Teflon beschichtete Vergleichsprobe wuchs dagegen vollkommen zu. Dabei gilt Teflon als Material, an dem nichts haften bleibt. Es wird beispielsweise als Beschichtung für Pfannen genutzt.

Beschichtung erfolgreich im Meer getestet

Mit den Laborergebnissen gab sich Neto nicht zufrieden. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Professor Truis Smith-Palmer von der Saint Francis Xavier University im kanadischen Nova Scotia testete sie die Beschichtung im offenen Meer. Auch unter diesen raueren Bedingungen, verglichen mit den Laborversuchen, bildete sich kein Bewuchs.

Biofouling ist ein großer Kostenfaktor in der Schifffahrt. Allein in Australien liegen sie pro Jahr bei umgerechnet 210 Millionen Euro. Weltweit dürften es Milliarden sein. Der Bewuchs erhöht den Widerstand der Schiffe, sodass sie mehr Treibstoff verbrauchen. Das ist der eine Kostenfaktor. Der zweite fällt in den Werften an. Dort muss der Belag alle paar Jahre entfernt werden, damit die Treibstoffrechnung nicht extrem hoch wird. Das Entfernen und der Neuanstrich schlagen mit hohen Summen zu Buche.

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