Bislang sprachen alle Daten dafür, dass die Wüstengebiete der Erde sich in Zukunft noch weiter ausdehnen werden. Damit geht wertvolle Fläche für Natur und Mensch verloren! Doch vielleicht können wir diesen Effekt umkehren und zumindest die Sahara zurückgewinnen. Solar- und Windkraftanlagen wären eine ideale Hilfe zur Umsetzung dieses Plans, das stellten Forscher der University of Illinois mit komplizierten Klimamodellen fest.


Von NASA – Cropped from Image:Africa satellite plane.jpg., Gemeinfrei, Link

Stromversorgung für zwei Großregionen möglich

Die Sahara wird schon länger von Wissenschaftlern ins Visier genommen, weil sich dort hervorragend grüner Strom erzeugen ließe. Die Wüste liegt in Nachbarschaft des Nahen Ostens und gar nicht so weit von Europa entfernt, so könnten wir zwei boomende Regionen mit wachsendem Energiebedarf versorgen. Doch welche weiteren Auswirkungen hätte die Nutzung der Sahara als Stromlieferant? Bisherige Untersuchungen ergaben, dass die Erzeugung von Ökostrom in der Sandwüste zu einer weiteren Erwärmung führen würde. Keine gute Nachricht, wie wir finden! Doch die damaligen Studien ließen die Entwicklung von Wind und Regen weitgehend außer Acht, das hat das Forscherteam um Yan Li nun nachgeholt.

Bis zu 1,2 Millimeter mehr Regen pro Tag

Und an dieser Stelle wird es interessant: Die Wissenschaftler nahmen an, in der Sahara würden Wind- und Solaranlagen gebaut, die es gemeinsam auf eine durchschnittliche Leistung von 79 Terawatt bringen. Das ist über viermal mehr als die gesamte Menschheit im Jahr 2017 verbrauchte. Im Computermodell erfolgte sogleich die bereits bekannte Erwärmung in Bodennähe, allerdings mit einem stärkeren Anstieg der Minimalwerte statt der Maximaltemperaturen. Betroffen waren 9 Millionen Quadratkilometer Fläche in der Sahara und der Sahelzone. Gleichzeitig aber stiegen die Niederschläge in der Sahara um durchschnittlich einen Viertel Millimeter je Tag an, die Sahelzone erhielt sogar 1,2 Millimeter mehr Regen. Dies würde für ein deutlich erhöhtes Pflanzenwachstum sorgen, also die Wüste automatisch begrünen. Und damit wäre ein neuer Kreislauf in Gang gesetzt, der auf natürliche Weise zur Kühlung, zu mehr Niederschlägen und einer grünen Ex-Wüste führen würde. Klingt wie ein Traum? Vielleicht. Aber es ist einer von der Sorte, die wahr werden können.


Quelle: derstandard.at

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