Das Problem ist bereits seit einiger Zeit bekannt: Teile von alten Satelliten und Raumschiffen schwirren als Weltraumschrott durch das All und werden dort zur Gefahr für neue und eigentlich noch funktionierende Technik. Ein möglicher Lösungsansatz soll nun erstmals in der Praxis erprobt werden. Denn die gestern gestartete Falcon Heavy Rakete von SpaceX bringt nicht nur neue Drucker auf die internationale Raumstation, sondern hat auch das sogenannte RemoveDEBRIS System an Bord. Dabei handelt es sich um einen kleinen Satelliten, der von den Astronauten auf Testreise geschickt werden soll. Allerdings wird kein echter Weltraumschrott eingesammelt, sondern der kleine Kasten setzt selber Mini-Satelliten aus, die er dann mit Netz und Harpune wieder einfängt.


Foto via Inhabitat

Der Ansatz gilt als sehr günstige Methode

Ebenfalls getestet werden soll eine neue Art der Laservermessung, mit deren Hilfe die Größe und die genaue Position der einzelnen Schrottteile bestimmt werden kann. Dies wiederum hilft dann bei der späteren Beseitigung. Das RemoveDEBRIS Projekt kostet rund 18 Millionen Euro und wurde zur Hälfte durch die Europäische Union finanziert. Zu den Partnern aus der Industrie gehört unter anderem der Airbus Konzern. Der Ansatz mit Netz und Harpune gilt in diesem Zusammenhang als vermutlich kostengünstigste Lösung. Aufgrund mangelnder Erfahrung kann aber noch nicht genau gesagt werden, wie effektiv er im Kampf gegen den Weltraumschrott tatsächlich ist. Deshalb wurde nun damit begonnen, echte Erfahrungswerte im Weltall zu sammeln. Die Auswertung des Experiments dürfte dann darüber entscheiden, ob die Idee weiterverfolgt wird.

Es wird kein neuer Weltraumschrott produziert

Der Leiter des Projekts, Guglielmo Aglietti, hofft naturgemäß auf einen positiven Ausgang: „In meinen Augen entscheidet sich die Frage, ob es echte Missionen zur Entfernung von Weltraumschrott geben wird, an den Kosten. Und ich befürchte, wenn sie extrem teuer sind, werden die Leute andere Prioritäten setzen.“ Eine Sache ist aber in jedem Fall sichergestellt. RemoveDEBRIS wird zumindest keinen neuen Müll im Weltall produzieren. Denn am Ende seiner Mission wird der Satellit ein Segel ausfahren und so dafür sorgen, dass er vollständig und zeitnah in die Erdatmosphäre eintritt – und dort dann komplett verglüht. Eventuell sollte auch bei anderen Satelliten zukünftig über eine solche Lösung nachgedacht werden.

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Zuletzt aktualisiert am 23.09.2019
Via: Inhabitat


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