Zu viel Müll ist nicht nur auf der Erde ein Problem, sondern wird auch im Weltraum zu einem immer größeren Problem. Schätzungen gehen dabei davon aus, dass mehrere hunderttausend menschengemachte und nicht mehr steuerbare Teile durch das All fliegen. Selbst in den schier unendlichen Weiten des Weltalls ist das zu viel. Denn der Müll vermehrt sich gewissermaßen auch noch von alleine – beispielsweise wenn zwei größere Teile aufeinander treffen und in viele Kleinteile zerspringen. Die Gefahr einer Kollision zwischen Weltraumschrott und einem noch genutzten Satellit oder sogar der bemannten Raumstation wird also jeden Tag größer. Forscher arbeiten daher seit einiger Zeit an Lösungen, um den Schrott wieder aus dem All zu holen.


Quelle: ESA
Quelle: ESA

Den Müll bringt der Satellit selbst mit

Einige dieser Ideen möchte die Europäische Union nun im nächsten Jahr in der Praxis erproben. Dazu wurde ein Satellit namens RemoveSat entwickelt, der drei verschiedene Verfahren testen soll: Den Müll mit einem Netz einzufangen, mit einer Harpune zu beschießen oder durch ein spezielles Segel zu verlangsamen. Zunächst werden die Verfahren allerdings nicht an bereits existierendem Schrott ausprobiert, sondern der Testsatellit bringt seinen eigenen Müll mit ins All. Zu Beginn wird er dabei einen kleinen Cubesat auf die Reise schicken und anschließend im Idealfall mit dem Netz wieder einfangen. Auf ähnliche Art und Weise wird dann auch die Harpunen-Technik getestet werden.

Durch die Testmission entsteht kein zusätzlicher Weltraumschrott

Zum Abschluss entsorgt sich der Satellit dann quasi selbst, indem er mit Hilfe eines Segels seine Geschwindigkeit verlangsamt und irgendwann in der Erdatmosphäre verglüht. Während dieser Testmission wird also noch kein Müll tatsächlich aus dem All entfernt – im Optimalfall entsteht aber zumindest auch kein neuer. Später sollen die erprobten Techniken dann tatsächlich einen Beitrag zur Säuberung des Weltalls leisten. Der Einsatz von Fangnetzen und Harpunen scheint dabei deutlich schneller umzusetzen zu sein als andere Ideen zur Lösung der Problematik. So schlug ein australisches Unternehmen vor einiger Zeit vor, den Weltraumschrott von der Erde aus mit riesigen Laserkanonen zu beschießen.


Via: Popsci

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