Vielen von uns ist das Problem bekannt, doch stehen wir ihm meistens machtlos gegenüber: Noch genießbare Lebensmittel wandern zentnerweise in den Müll, nicht nur hier in Deutschland, sondern auch in vielen anderen Ländern. Ein geschätztes Drittel sämtlicher produzierter Speisen wird von niemandem gegessen, während andererseits Millionen Menschen Hunger leiden. Ein Sternekoch stemmt sich auf seine Art dagegen.


Lebensmittelverschwendung
Foto:Weggeworfene Lebensmittel; Urheber Foerster CC BY-SA 3.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS)

Der Restaurantbesitzer möchte in etwa 7 Jahren schließen

Der schwedische Restaurantbesitzer und Gourmet-Koch Erik Andersson hegt einen ungewöhnlichen Wunsch: Er möchte seine Gastronomie in fünf bis sieben Jahren verkleinern und dann danach recht bald schließen. Bis dahin, so hofft er, ist das Problem, gegen das er aktuell ankämpft, gelöst. Jetzt fühlt er sich allerdings noch verpflichtet, die vielen Lebensmittel, die in seiner Umgebung kurz davor stehen, im Abfall zu landen, adäquat zu retten. Es handelt sich dabei um Obst und Gemüse, das am nächsten Tag eventuell nicht mehr hübsch aussehen könnte und deshalb vorsorglich entsorgt wird. Oder um Essen in verbeulten Dosen, das aufgrund seiner unschönen Verpackung nicht mehr verkauft werden kann. Diese Speisen nimmt er an und verarbeitet sie zu schmackhaften Menüs für seine Restaurantgäste.

Der Koch und seine Gäste zeigen jede Menge Flexibilität

Eine einheitliche Speisekarte gibt es nicht, weil jeden Tag andere Nahrungsmittel angeliefert werden. Der Koch muss sich jedes Mal neu auf die vorhandenen Zutaten einstellen und diese kreativ kombinieren – die Gäste dürfen sich entspannt überraschen lassen. Von beiden Parteien wird jedenfalls eine gute Portion Flexibilität erwartet, die ihnen sichtlich Freude bereitet. Anderssons besonderes Restaurant trägt den Namen »Spill«, was so viel wie »Müll« heißt und liegt im schönen Malmö.


Die 300.000-Einwohner-Stadt möchte übrigens bis 2020 klimaneutral werden und häuft deshalb aktuell zig neue Ideen an, um die Zukunft auf ökologische Weise zu gestalten. Unverpackt-Läden sprießen aus dem Boden, das Fahrradwege-System wird verbessert und energieeffizientes Bauen boomt. Da passt Anderssons Idee gut einfach ins Konzept, weil es Achtsamkeit lehrt und sich für nachhaltige Veränderung einsetzt.

Quelle: bento.de

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