Ohne die Hilfe der Forschung ist das Aussterben des nördlichen Breitmaulnashorns nur eine Frage der Zeit. Denn weltweit gibt es nur noch drei Exemplare dieser Tierart – zwei Weibchen und ein Männchen. Alle drei sind aber bereits zu alt, um für eine natürliche Fortpflanzung in Frage zu kommen. Zuchtprojekte in der Vergangenheit blieben zudem ohne Erfolg. Die dabei beteiligten Tierparks in Schönbrunn, in San Diego und in Dvůr Králové (Tschechien) haben die Hoffnung aber noch nicht vollständig aufgegeben. Ihre Idee: Sogenannte pluripotente Stammzellen sollen genutzt werden, um Eizellen und Spermien zu produzieren und so eine künstliche Befruchtung durchzuführen. Austragen könnte den Nachwuchs dann ein Weibchen des südlichen Breitmaulnashorns.


Datenbanken in Deutschland und den Vereinigten Staaten werden genutzt

Von dieser nah verwandten Spezies gibt es weltweit immerhin noch rund 20.000 Exemplare. Bei pluripotenten Stammzellen handelt es sich um eine Rückentwicklung von natürlichen Körperzellen. So können beispielsweise Hautzellen in ihre Ursprungsform zurückverwandelt werden – und lassen sich dann in eine beliebige neue Zellart verwandeln. Der Vorteil dieser Methode: Es wird kein Zellmaterial von lebenden Tieren benötigt, sondern es können auch in der Vergangenheit genommene Proben bereits verstorbener Tiere genutzt werden. Sowohl in Berlin, als auch in San Diego besteht dabei bereits eine entsprechende Datenbank. Eine größere Auswahl an Zellen ist dabei von Vorteil, weil auf diese Weise vermieden werden kann, dass die entstehenden Tiere zu nah mit einander verwandt sind.


Zelluläre Techniken könnten auch weitere Tierarten vor dem Aussterben bewahren

Japanische Forscher haben die Wirksamkeit der Methode vor einiger Zeit unter Beweis gestellt – und aus einfachen Hautzellen weiße Mäuse werden lassen. Die an der Rettung des nördlichen Breitmaulnashorns beteiligten Forscher haben dabei auf einem Treffen in Wien bereits einen detaillierten Zeitplan zur Umsetzung des Projekts festgelegt. Einige Fragen – beispielsweise die Finanzierung und der Ort der künstlichen Befruchtung – blieben dabei aber noch unbeantwortet. Grundsätzlich wäre der Einsatz zellulärer Techniken zum Artenschutz aber eine Premiere. Sollte sich das Projekt dann als erfolgreich erweisen, könnten auch andere Arten auf diese Weise vor dem Aussterben gerettet werden.

Via: IZW

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