Es handelt sich um die größte Müllsammelaktion in Mitteleuropa: Am Wochenende strömten rund 20.000 Freiwillige an das Rheinufer und sammelten den dort herumliegenden Abfall ein. Insgesamt fanden fast 200 lokal organisierte Aktionen statt, die sich von der Quelle bis zur Mündung des Flusses erstreckten. Die Organisatoren gehen davon aus, dass so insgesamt 100 Tonnen Abfall eingesammelt werden konnten. Diese sollen nun fachgerecht entsorgt werden. Das Rheinufer sieht nun aber nicht nur schöner aus. Stattdessen profitiert auch die Nordsee vom Engagement der Freiwilligen. Denn Schätzungen zufolge gelangen jedes Jahr rund 1.000 Tonnen Plastikmüll über den Rhein in die Nordsee. Zumindest ein Teil davon konnte nun rechtzeitig eingesammelt werden.


Die Rheinufer sind im vergangenen Jahr sauberer geworden

Der Rhine Clean Up fand auch im vergangenen Jahr schon statt. Auch damals wurden rund 1.000 Tonnen Müll von den Ufern entfernt. Die Organisatoren konnten nun zumindest auf eine positive Entwicklung verweisen: In diesem Jahr war der gefundene Müll deutlich kleinteiliger. Insgesamt ist das Rheinufer im Laufe des Jahres also sauberer geworden. Entwarnung kann deshalb aber noch nicht gegeben werden. Denn auch kleinteiliges Plastik stellt für die Umwelt und das Ökosystem eine erhebliche Gefahr dar. Nicht zuletzt deshalb erhielt die Aktion viel prominente Unterstützung. In Koblenz beispielsweise half die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD), gemeinsam mit dem Oberbürgermeister der Stadt beim großen Müll einsammeln.


Nur Müllvermeidung kann das Problem lösen

Die Politik will zudem in Zukunft verstärkt Maßnahmen zur Müllvermeidung fördern. Denn wenn erst gar kein Abfall entsteht, kann er später auch nicht im Rhein landen. Der Rhine Clean Up ist allerdings in erster Linie eine privat organisierte Sammelaktion. Ähnliches gab es auch bereits in anderen Ländern. So konnten Einwohner der indischen Metropole Mumbai einen Strandabschnitt vollständig von Plastikmüll befreien. Inzwischen schlüpft dort sogar schon wieder der Nachwuchs von Schildkröten. In Mumbai zeigen sich aber auch die Grenzen des lokalen Engagements: Weil aus dem Meer und der Stadt ständig neuer Plastikmüll auf den Strand gespült wird, endet die Arbeit der fleißigen Abfall-Sammler niemals. Hier ist die Politik gefragt, Lösungen zu finden.

Via: SWR

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