Die Temperaturen nehmen konstant ab, der Winter steht vor der Tür. Langsam aber sicher spielen auch die sparsamsten Bürger mit dem Gedanken die Heizung wieder auf zu drehen, um nicht zu frieren. Im Winter wird bekanntlich am meisten geheizt. Mit den richtigen Tipps im Hinterkopf, kann man jedoch auch in der kalten Jahreszeit Energie-effizient heizen und somit unnötige Kosten sparen. Im folgenden Ratgeber wollen wir euch wertvolle Tipps zum Heizen im Winter mit auf den Weg geben.


Heizung
Richtig heizen im Winter: Stellung auf Stufe 3 genügt

1. Den Heizungsregler nicht voll aufdrehen

Auch wenn die Verlockung hoch ist bei niedriger Zimmer-Temperatur die Heizung voll auf zu drehen, sollte man bedenken, dass ein voll aufgedrehter Heizkörper nicht schneller heizt als einer der auf Stufe 3 gestellt wird. Bei einer voll aufgedrehten Heizung steigt lediglich der Energieverbrauch exorbitant, betont die Verbraucherzentrale Thüringen. Es gilt clever zu heizen um ein bestmögliches Energiemanagement zu erzielen. Die am Thermostat befindlichen Stufen dienen folglich nur der Höchsttemperatur. Ist diese erreicht, hält das Thermostat die Wärmezufuhr an.

Auf Stufe 3 wird eine Raumtemperatur von angenehmen 20 bis 21 Grad erreicht. Steht der Regler jedoch auf 5 wird kräftig weitergeheizt. Pro zusätzliches Grad steigt der Energieverbrauch dann um sechs Prozent. Im Zimmer und Essbereich dürfte eine Raumtemperatur von 20 Grad jedoch ausreichen. Im Kinder und Arbeitszimmer sollte der Schnitt von 22 Grad ebenfalls ein guter Richtwert sein. Beim Schlafzimmer genügt Experten ein Temperatur-Mittel zwischen 16 und 18 Grad.


Bei Wohnungen, die über einen zentralen Heizregler verfügen, kann das Thermostat hingegen voll aufgedreht werden. Schließlich wird von der zentralen Steuereinheit der Impuls für die maximale Wärmezufuhr gesetzt. In Zimmern wo es jedoch kühler bleiben soll, wie etwa im Schlafzimmer, kann der Regler niedriger eingestellt werden. Die Heizung fährt dann, trotz zentraler Steuerung, nur auf das eingestellte Maximum hoch.

2. Nachts die Temperatur nur mäßig senken

Erfahrungsgemäß neigt man dazu über die Nacht alle Regler im Haus oder in der Wohnung abzustellen. Dabei kühlen die Zimmer recht schnell ab. Das hat zur Folge, dass am nächsten Tag wieder stärker geheizt werden muss um das Niveau der Raumtemperatur wieder zu erreichen. Das Prozedere kostet im Fazit mehr Energie, als eine Regelung über Nacht um zwei Grad nach unten. Insgesamt sollte die Wohnung allerdings die Temperatur von 16 Grad nicht unterschreiten. Wie die Deutsche Energie-Agentur (dena) mitteilt, kann bei niedrigeren Temperaturen ein Beschlagen der Wände und Gegenstände beobachtet werden. Schließlich setzt sich die Feuchtigkeit aus der Luft an den kalten Objekten ab. Die Folge ist unangenehmer Schimmel, der die Gesundheit gefährden kann. Oftmals ist dieses Schimmel-Vorkommen auch Mittelpunkt von Streitigkeiten zwischen Mietern und Vermietern. Generell sollten die Heizungen in Mietswohnungen eine Mindestraumtemperatur von 20 Grad erreichen. Ist das trotzt voll aufgedrehter Heizung nicht der Fall, kann der Mieter laut der aktuellen Rechtsprechung die monatlichen Zahlungen kürzen.

3. Frostschutzstellung bei Abwesenheit genügt nicht

Die Wohnung muss auch bei längerer Abwesenheit ausreichend geheizt werden. Die Stellung auf das Schneeflockensymbol, genügt Experten zufolge nicht. Schließlich verhindert der Frostschutz nur, dass die Heizung nicht zufriert. Das Vereisen der Leitungen kann damit jedoch nicht verhindert werden. Die Folge können Rohrbrüche sein, die deutlich in das Geld gehen und oftmals den Mietern angelastete werden, die zu wenig geheizt haben. Der Versicherungsschutz geht bei einem 100 Prozentigen Nachweis grober Fahrlässigkeit verloren. Die Heizungen sollten auf ein Minimum aufgedreht werden.

4. Heizkörper vor Saisonstart überprüfen

Schon bevor die Heizsaison beginnt, empfiehlt es sich die Heizungen zu überprüfen. Dabei sollte auch auf das berühmte „Gluckergeräusch“ geachtet werden. Tritt dieses auf, könnte sich die Heizung alsbald zu einem richtigen Energiefresser verwandeln. Es befindet sich Luft im Heizkörper, die eine ordnungsgemäße Zirkulation des Wassers im Heizkörper verhindert. Die Wärmeenergie kommt folglich nicht richtig an. Es wird empfohlen die Heizkörper daher regelmäßig zu entlüften und, wenn möglich, den Druck der Anlage zu kontrollieren.

5. Richtig lüften

Ist ein Fenster während der Winter-Saison ständig angekippt, kann dieses bis zu 200 Euro Kosten verursachen. Dennoch ist das Lüften der Wohnungen wichtig. Auf die richtige Vorgehensweise kommt es jedoch an. Gelüftet wird mit vollständig geöffneten Fenster und abgedrehter Heizung. Eine Stoßlüftung von maximal drei bis fünf Minuten genügt vollends um den Sauerstoffgehalt in der Wohnung wieder aufzufrischen. Beachtet dabei den Durchzug für eine maximale Luftzirkulation. Das Ganze sollte je nach Lage entsprechend oft wiederholt werden. Zu beachten gilt, dass in Räumen wo gekocht oder geraucht wird, häufiger gelüftet werden muss. Die Luftfeuchtigkeit sollte allerdings nicht die 65-Prozent-Marke überschreiten. Mit einem Hydrometer kann man diese stets im Auge behalten. Bewusstes heizen und lüften senkt die Energiekosten ungemein. Motiviert alle im Haushalt lebenden Personen, die Regeln entsprechend zu berücksichtigen. Am Ende spart ihr bares Geld, das sogar für einen gemütlichen Urlaub reichen könnte.

6. Heizkörper von hinten isolieren

Eine Isolationsschicht hinter dem Heizkörper, die aus mit einer Aluminiumschicht überzogenen Styropor besteht, senkt den Wärmeverlust über die Außenwand. Das Aluminium reflektiert die Wärmestrahlung und leitete diese somit in den Raum zurück. Der Wärmebedarf kann somit zwischen 10 und 30 Prozent reduziert werden.

7. Heizlüfter und ähnliche Stromfresser vermeiden

Heizen mit Strom ist keine gute Alternative zur Heizung. Im Gegenteil Heizlüfter erweisen sich als wahre Stromfresser. Allgemein sollte der Einsatz daher sehr sparsam und mit Bedacht stattfinden.

8. Fenster und Türen abdichten & schließen

Dichte Fenster und Türen sind ein weiterer wichtiger Punkt, den es zu beachten gilt. Wer in Wohnungen lebt, die über nicht mehr ganz so dichte Türen verfügen, der kann Dichtungsstreifen im Baumarkt erwerben und die Türen, zumindest für die Wintermonate, abdichten. Die Streifen sind selbstklebend und recht einfach zu montieren. Türen zu weniger beheizten Räumen, wie etwa dem Schlafzimmer, sollten stets geschlossen bleiben. Schließlich steigt der Energieaufwand mit dem zu beheizendem Raumvolumen. Das dürfte einleuchten.

Zu Zeiten stets steigender Heizkosten lohnt es sich um so mehr richtig und clever zu heizen um am Ende keine horrenden Nachzahlungen tätigen zu müssen. Es ist nicht selten, dass man aus dem Bekanntenkreis hört, dass bis zu 300 Euro und mehr für Heizkosten nachgezahlt werden musste. Sind die Heizungen defekt oder heizen nicht richtig, habt ihr als Mieter die Möglichkeit die Mietkosten zu senken. Zudem sollte der Vermieter umgehend aufgefordert werden die Heizungen in Ordnung zu bringen. Heizkostenabrechnungen sind nach wie vor sehr beliebte Streitigkeiten zwischen den einzelnen Parteien. Oftmals muss am Ende sogar das Gericht klären, wer für die hohen Energiekosten aufkommen muss.

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1 Kommentar

  1. Timmy Schrader

    10. August 2015 at 16:09

    Hallo,
    richtig guter Artikel, nur glauben es viele nicht was man sagt. Und Energie sparen wollen viele eigentlich auch nicht. Aber man muss die Leute immer wieder darauf hinweisen das man das Geld aus dem Fenster wirft. Ich versuche auch immer wieder zu erklären ungeregelte Pumpen auszutauschen und den hyfraulischen Abgleich durchführen zu lassen.

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